Corona
Die Lage in Solothurner Spitälern ist weiterhin fragil

In letzter Zeit hört man vermehrt, dass die jetzigen Corona-Massnahmen nicht genügen und die Spitäler immer mehr an ihre Grenzen stossen. Wie sieht die Situation in den Solothurner Spitälern aus?

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Im Bürgerspital Solothurn und Kantonsspital Olten wurden Isolierstationen ausschliesslich für Covid-Patienten geschaffen. (Archivbild)

Im Bürgerspital Solothurn und Kantonsspital Olten wurden Isolierstationen ausschliesslich für Covid-Patienten geschaffen. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi

Die Fallzahlen steigen schweizweit an. An der Videokonferenz vom Montag mit Alain Berset und den kantonalen Gesundheitsdirektoren, wie auch in der Sitzung des Solothurner Kantonsrats wurde thematisiert, dass die aktuelle Lage als beunruhigend eingestuft wird und die letzte Woche verordneten Corona-Massnahmen nicht genügen würden.

Vielerorts werden auch die Hilferufe der Spitäler immer lauter. Wie beispielsweise in Zürich, wo einige Chefärzte die Öffentlichkeit aufrütteln und die Politik an ihre Verantwortung erinnern wollen. Denn auch ihrer Meinung nach sind die jetzigen Schutzmassnahmen noch nicht ausreichend. Problematisch seien derzeit vorallem auch das erschöpfte Personal und die Spitalinfektionen.

Wie sieht dies derzeit im Kanton Solothurn aus?

Von der Solothurner Spitäler AG (soH) ist nichts Vergleichbares zu vernehmen. Auf die Frage, ob ein Lockdown oder strengere Massnahmen nötig seien, äussert sich das Unternehmen nicht. Es brauche aber einen Effort der Solothurner Bevölkerung und der umliegenden Kantone, um die regionale Situation zu entspannen, heisst es auf Anfrage.

Wie letzte Woche in dieser Zeitung berichtet, ist das Pflegepersonal in den Solothurner Spitälern bereits am Anschlag. Die Situation habe sich seither jedoch nicht gross verändert, so die soH. Stand Mittwoch müssen 74 Patientinnen und Patienten im Kanton Solothurn in den Spitälern betreut werden, 12 davon auf der Intensivstation. Im Vergleich: Letzten Mittwoch meldete der Kanton 71 hospitalisierte Personen und davon waren auch 12 auf der Intensivstation.

Mit den aktuellen Hospitalisierungszahlen können die Behandlungen der Covid-19-Patientinnen und -Patienten, sowie dringliche und Notfallbehandlungen in den Solothurner Spitälern noch gewährleistet werden, heisst es weiter.

Grosse Solidarität unter Mitarbeiter

So dramatisch wie in anderen Kantonen präsentiert sich die Lage also offenbar (noch) nicht.

Für das Pflegepersonal bestehe laut soH weiterhin die Herausforderung, dass sich der Arbeitsalltag stark verändert habe. «Eine weitere Zunahme von Patienten oder weitere krankheitsbedingte Ausfälle würden die Situation verschärfen.» Die Solidarität unter den Mitarbeitern sei jedoch gross. (hol)