Forstpersonalverband
Die Holzpreise sind im Keller

Gemeinwirtschaftliche Leistungen des Forstpersonalverbands werden zu wenig geschätzt. Die Holzpreise sind gesunken, obwohl die Anforderungen an die Forstbetriebe keineswegs kleiner geworden sind.

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Die Holzpreise sind gesunken.

Die Holzpreise sind gesunken.

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Wie die gesamte Wirtschaft leidet auch die Forstwirtschaft unter dem starken Franken. «Über alle angebotenen Rohholzsortimente sind die Preise im letzten Jahr um fast 10 Prozent gesunken», führte Präsidenten Georg Nussbaumer an der Generalversammlung des Solothurnischen Forstpersonalverbands in Mümliswil-Ramiswil aus.

Hochgerechnet auf die Menge Holz von 140'000 m3, die 2015 im Kanton Solothurn geschlagen wurden, ergibt dies laut Nussbaumer eine Summe von 1,1 Millionen Franken, die weniger in die Kassen der Forstbetriebe geflossen sind. Trotz dieser Tatsache seien die Ansprüche an die gemeinwirtschaftlichen Leistungen des Waldes nicht kleiner geworden. Dass der Wald seine heutigen, von der Bevölkerung geforderten Leistungen (Schutz-, Nutz- Wohlfahrtsleistung) erbringen kann, benötige der Wald Pflege.

«Waldfünfliber» reicht nicht aus

Nussbaumer: «Obwohl wir im Kanton Solothurn über das Waldgesetz mit dem sogenannten ‹Waldfünflieber› einen kleinen Teil dieser Leistungen abdecken, wird es für die Forstbetriebe immer schwieriger, ihre Funktionen, die sie in diesem Bereich wahrnehmen, auch in Zukunft zu leisten.» Der Verbandspräsident wies auf den Umstand hin, dass die Zielsetzungen des Kyotoprotokolles nur dank der 40-Prozent-Senkenleistungen des Waldes zu erreichen seien. Und diese Senkenleistung komme nur durch die Bewirtschaftung der Wälder zustande. «Störend ist dabei, dass weder die Waldbesitzer noch die Forstbetriebe für diese Leistung auch nur einen Franken bekommen haben.»

In diesem Jahr durften einige Mitglieder des Forstpersonalverbands geehrt werden. Auf ein 30-jähriges Berufsjubiläum im Verbandsgebiet dürfen Geri Kaufmann, Ueli Stebler und Daniel Kleger zurückblicken. Seit sogar 35 Jahren zählt Josef Walpert zu den Verbandsmitgliedern. Nach der Versammlung wanderten die anwesenden Mitglieder unter der Leitung von Kilian Bader und Urs Allemann Richtung Reckenkien. Nach Zwischenhalten, bei denen zu den Themen Schutzwald und Waldrand informiert wurde, gelangte die Gruppe zur Käserei Reckenkien. Dort führte Hansjörg Stoll durch den Betrieb. (dlu)

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