Betreuung

Deshalb machen Hausärzte nach sieben Tagen einen Testanruf bei Coronapatienten

Der Test ist der Anfang einer Begleitung durch die Hausärzte.

Der Test ist der Anfang einer Begleitung durch die Hausärzte.

Ist der Corona-Test positiv, dann stehen nicht nur die Patienten, sondern auch die Hausärzte vor einer Herausforderung: Sie beobachten den Verlauf der Erkrankung und begleiten ihre Patienten bei der Genesung. 

Über 100 Personen wurden im Kanton in den vergangenen Wochen jeweils fast täglich positiv auf Covid-19 getestet. Testen lassen kann man sich in den Spitälern, aber auch in Apotheken oder Hausarztpraxen. In den Praxen ist eine Voranmeldung nötig, einige testen nur ihre eigenen Patienten. Zum Beispiel in der Praxis von Simone Eugster in Zuchwil.

«Wird eine Person zum Test aufgeboten, dann behandeln wir das als Notfall», erklärt Simone Eugster, die auch Co-Präsidentin des Verbandes Haus- und Kinderärzte Solothurn HASO ist. Aktuell sei die Terminplanung in der Praxis deshalb etwas schwieriger als sonst: «Manchmal führen wir fünf Tests pro Tag durch, manchmal keinen einzigen», so die Ärztin.

Zeit für Beratung und Nachbetreuung

Kommen ihre Patienten zum Test in der Praxis vorbei, dann rechnet sie mehr Zeit ein als beim Schnelltest in der Apotheke oder in den Testzentren in den Spitälern. «In der Sprechstunde versuche ich herauszufinden, ob es sich um eine Covid-19-Erkrankung handelt oder nicht», erzählt sie.

«Als Hausärztin muss ich dafür in alle Richtungen denken. Vielleicht hat die Person vor mir auch eine Angina. Dann wäre es falsch, sie nach einem Test nach Hause zu schicken und sie erst Tage später mit Antibiotika zu versorgen.» Besteht ein Verdacht, führt sie einen Test durch, und informiert über die aktuellen Quarantäne- und Isolationsmassnahmen.

Alarmsymptome erklärt

Ist ein Test positiv, dann beginnt für Eugster eine zweite, wichtige Phase. Sie informiert die Patienten per Telefon und berät sie bei dringenden Fragen. «In diesem Gespräch versuche ich herauszufinden, wie krank meine Patienten sind. Ich erkläre ihnen, bei welchen Alarmsymptomen sie sich wieder in der Praxis melden sollen.»

Weiter versuche sie, herauszufinden, welche Kontaktpersonen informiert werden müssen, falls sich das Contact-Tracing-Team noch nicht gemeldet hat. Die meisten Patienten bietet sie zu keinem Kontrolltermin auf. «Die meisten Leute haben problemlose Verläufe. Es wäre eine Ressourcenverschleuderung, sie nochmals aufzubieten», erklärt sie.

Die entscheidende Phase

Nach rund einer Woche meldet sie sich routinemässig nochmals telefonisch bei ihren Patienten: «Diese Phase ist entscheidend. Wenn es zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes kommt, dann ist das häufig nach sieben Tagen der Fall.» Die Betreuung während einer Erkrankung sei für die Hausarztpraxen leichter als etwa für das Contact-Tracing.

«Ich kenne meine Patienten. Ich weiss, bei wem ich unbedingt nachfassen muss», sagt Eugster. Die Nachbetreuung von Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, fällt ebenfalls den Hausärzten zu. Eine Umfrage innerhalb des HASO habe ergeben, dass die Heilung meistens problemlos verlaufe.

Auf das eigene Befinden achten

«Dass jemand etwas verschleppt, kommt selten vor. Das ist meistens nur bei schweren Erkrankungen der Fall.» Damit man sich nach einer Ansteckung gut erholt, sei es wichtig, auf das eigene Befinden zu achten. «Man sollte nach dem Gefühl gehen und sich nicht überfordern», rät Eugster. Meistens sei das durch die 10-tägige Isolation aber sowieso gegeben.

«Falls man nach einer Erkrankung länger müde ist, sollte man mit der jeweiligen Hausarztpraxis Kontakt aufnehmen.» So lasse sich herausfinden, ob die Müdigkeit normal sei im Rahmen des Heilungsprozesses oder möglicherweise ein verlängerter Infekt vorliege.

Autor

Rebekka Balzarini

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