Ausflugsziele

Des einen Freud, des anderen Leid: Wie sich der fehlende Schnee auf regionale Freizeitangebote auswirkt

Das unbeständige Wetter und der fehlende Schnee über die Festtage treffen regionale Ausflugsdestinationen ganz unterschiedlich.

Nach der Zeit der Festessen noch kurz auf die Ski? Oder doch lieber wandern gehen? Oder ganz etwas anderes, in den Zoo vielleicht? Die Altjahrswoche ist für Ausflugsdestinationen besonders wichtig, haben doch viele Menschen in dieser Zeit Ferien. Doch eine Umfrage bei verschiedenen regionalen Anbietern zeigt: Mit dem Wetter steht und fällt fast alles. So ist der fehlende Schnee für die einen Fluch. Ganz besonders für die regionalen Skiliftbetreiber.

Für die anderen ist er ein Segen. Etwa für die Betreiber der Eisbahn beim Sportzentrum Zuchwil: «Wenn es keinen Schnee hat, gehen die Leute mangels Alternativen eher schlittschuhfahren», sagt Urs Jäggi, Direktor des Sportzentrums. So hat die Eisbahn mit über 1000 Besuchern täglich Rekordtage hinter sich. Trotzdem fällt die Festtags-Bilanz nur durchzogen aus: Wegen des schlechten Wetters rund um Weihnachten wurden insgesamt sogar leicht weniger Eintritte verkauft als noch im vergangenen Jahr. Auch die neue Traglufthalle, die zusätzlich Schwimmer anzog, und der Umstand, dass bei durchzogenem Wetter mehr Menschen das Hallenbad und Wellness besuchen, mochten diesen Umstand nicht gänzlich zu kompensieren.

Zufrieden, aber nicht überglücklich auf dem Berg

Auch für die Seilbahn Weissenstein ist das Wetter das entscheidende Kriterium. Wobei die täglichen Schwankungen hier sogar noch extremer ausfallen: Von null Besuchern bei starkem Wind, wenn die Seilbahn gar nicht fährt, über einige wenige bei schlechtem Wetter bis hin zu 3500 Besuchern täglich hat Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn, zuletzt alles gesehen. Die Bilanz fällt durchzogen aus: Rund 6000 Besucher zwischen Weihnachten und Neujahr, im selben Zeitraum im vergangenen Jahr waren es noch 8500, im Eröffnungsjahr 2014 sogar 9500. Trotzdem gibt sich Stuber pragmatisch: «Wir hatten am Ende noch einige gute Tage. Es hätte auch schlimmer kommen können.»

Trotzdem: Freude tönt anders. Gerade auch, weil die Altjahrswoche für die Seilbahn eigentlich noch wichtig wäre, wie auch Stuber betont. Und getrübt wurde der Ansturm am Neujahrstag mit 3500 Fahrgästen durch eine Serie von Abschaltungen wegen Störungen der Elektronik, was zu längeren Warteschlangen führte.

Wegen der Revision fährt die Bahn Anfang Dezember gar nicht, in der Zeit vor Weihnachten habe es dann erfahrungsgemäss eher weniger Gäste. Da bleibt für die Seilbahn nur noch die Zeit nach Weihnachten, um das Geschäftsjahr ordentlich abzuschliessen. Stuber hofft jetzt auf Schnee, der auch liegen bleibt,damit die Seilbahn zusätzlich Schlittel-Gäste den Berg hochtransportieren kann.

Auch bei der zweiten Gondelbahn in der Region, der Wasserfallenbahn ob Mümliswil, würde man sich über Schnee freuen. Knapp 2000 Gäste hat man dort in der Altjahrswoche transportiert, ähnlich viele wie im selben Zeitraum im letztes Jahr. Den Umständen entsprechend sei man mit diesem Ergebnis zufrieden, sagt Mediensprecher Johannes Sutter. Er ergänzt aber: «Bei Schnee wäre etwa mit dem Fünffachen an Gästen zu rechnen gewesen.» So fährt die Bahn bei fehlendem Schnee am 24. und 25. Dezember auch jeweils gar nicht.

Auch im Sikypark hofft man auf Schnee

Von den luftigen Höhen auf dem Jura noch hinter den Berg, in den Sikypark in Crémines. Definitive Zahlen zur Altjahrswoche liegen zwar noch keine vor, so Leiter Marc Zihlmann. Wegen des schlechten Wetters dürfte die Bilanz aber auch hier durchzogen ausfallen. «Die Festtage wären eigentlich wichtig für uns. Die erhofften Besucher sind aber ausgeblieben», so Zihlmann. So hat man im Sikypark denn auch auf einen reduzierten Betrieb umgestellt und Personal in die Ferien geschickt.

Die Jahresbilanz fällt aber trotz der fehlenden Krönung Ende Jahr, positiv aus. Rund 90'000 Besucherinnen und Besucher zählte der Zoo, ein «tolles Ergebnis», wie Zihlmann findet. Ähnlich wie bei der Seilbahn hofft auch er jetzt auf Schnee, wenn auch aus anderen Gründen: «Der Sikypark hat im Schnee einen ganz besonderen Charme. Die Grosskatzen lieben den Schnee, tollen darin herum, das ist jeweils ein Spektakel für die Besucher.»

Meistgesehen

Artboard 1