Interview

Der Solothurner Andreas Spörri dirigierte zum elften Mal in der Staatsoper Wien

Andreas Spörri dirigierte am Donnerstagabend den Wiener Opernball zum elften Mal.

Andreas Spörri dirigierte am Donnerstagabend den Wiener Opernball zum elften Mal.

Der Solothurner Dirigent beantwortet uns nach sieben Stunden Walzer dirigieren am Opernball ein paar Fragen.

Bereits zum elften Mal dirigierte am Donnerstagabend der Solothurner Dirigent und Classionata Solothurn-Intendant Andreas Spörri in der Staatsoper Wien den Wiener Opernball. Wir erreichten ihn telefonisch gestern Nachmittag in seinem Hotel in Wien.

Andreas Spörri, wie geht es Ihnen? Sind Sie schon lange wach?
Andreas Spörri: Danke, es geht mir sehr gut. Ich bin sehr zufrieden, es war ein toller Ball, der bis morgens um fünf Uhr ging. Ich konnte bis etwa 13 Uhr schlafen.

Sie dirigierten den Wiener Opernball jetzt schon zum elften Mal. Ist der Ball und dessen Gäste in all den Jahren immer der gleiche geblieben?
Lediglich die Musikstücke am Anfang mit der «Donauwalzer» und am Ende mit «Brüderlein fein» sind traditionell fest gesetzt. Dazwischen spielt mein Orchester Walzermelodien aus einem Repertoire von rund 70 Stücken. Wir spielen ja im Wechsel mit einer Big Band. Je nach Stimmung der tanzenden Gäste und nach Zeitfenster spielen wir die Stücke in unterschiedlicher Reihenfolge. Da muss mal als Dirigent – fast ähnlich wie ein DJ – ein Gespür für die Tanzenden haben. So ist der Ball in Details immer wieder anders, doch im Grossen und Ganzen ist er ein Traditionsball, der bleibt, wie er ist. Das wollen die Gäste auch so. Dieses Mal habe ich den Schluss als besonders rührend erlebt. Die Besucher wollten uns fast nicht gehen lassen.

Wie spüren Sie als Dirigent den ganzen Medienrummel. Es ist doch anzunehmen, dass dieser in den vergangenen Jahren eher zugenommen hat?
Es gab schon immer eine grosse Medienpräsenz am Wiener Opernball. Man muss schon sehen, da sind 5500 Gäste in der Wiener Staatsoper und der Ball wird international am Fernsehen übertragen, was nochmals 2,5 Mio. Zuschauer generiert. Ich selbst erlebe einfach, dass es heute immer mehr Leute gibt, die überall fotografieren und Selfies machen; auch mit mir.

Wie halten Sie die gut sieben Stunden Musik dirigieren durch. Können Sie sich verpflegen?
Es geht ja um 22 Uhr los und da isst man vorher etwas. Während des Musizierens gibt es keinen Hunger. Wasser trinken sollte man hingegen schon ab und zu. Doch ich muss sagen: Ich halte das alles ganz gut durch. Dafür bin ich extrem dankbar. Musik scheint halt ein Jungbrunnen zu sein.

Ihnen ist also dieses Engagement in Wien noch nicht verleidet?
Nein, auf keinen Fall. Es ist auch sehr schön, so lange mit den Musikern zu spielen. Da kommt es zu tollen persönlichen Begegnungen. Und: Nach dem Ball ist vor dem Ball. Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder mit dabei sein. 

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