Coronavirus

Der Kanton Solothurn zieht die Schrauben an: Mehr testen, weniger tanzen

Der Kanton Solothurn verschärft die Corona-Massnahmen

Der Kanton Solothurn verschärft die Corona-Massnahmen

Im Kampf gegen das Coronavirus verschärft der Kanton Solothurn die Massnahmen: Unter anderem dürfen im Restaurant nur noch vier Leute an einem Tisch sitzen und Veranstaltungen mit über 30 Personen sind nicht mehr erlaubt. Der Kanton Aargau wartet hingegen noch bis Mittwoch mit weiteren Massnahmen.

Im Kanton gelten erneut schärfere Massnahmen. Um die Spitäler zu entlasten, verweist der Kanton auf die ambulanten Testzentren.

Nun füllen sich im Kanton auch die Spitalbetten: Stand Montag mussten 22 Personen im Spital behandelt werden, 5 davon auf der Intensivstation. Seit Freitag hat das Gesundheitsamt 278 Neuinfektionen registriert, insgesamt sind im Kanton bisher 1870 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden.

Diese Zahlen haben den Kanton dazu veranlasst, strengere Massnahmen zu ergreifen. Die neuen Regeln gelten seit Dienstagmorgen.

«Bei dem Entscheid haben wir uns den Kanton Wallis vor Augen gehalten», erklärt die Regierungsrätin Susanne Schaffner. «Das Wallis hat gezeigt, dass man frühzeitig handeln muss.»

Weiter habe sich der Kanton Solothurn den Massnahmen der Nachbarkantone anpassen müssen. Dies etwa aus dem Grund, dass Personen aus dem Aargau am Wochenende zum Feiern in die Region gekommen seien.

Testen ist auch in der Arztpraxis möglich

Um die Zahl der Neuinfektionen im Kanton wieder zu senken, will der Kanton Personen mit Krankheitssymptomen möglichst umfassend testen lassen. Je häufiger infizierte Personen bekannt sind und sich so wie ihre Kontaktpersonen in Isolation oder Quarantäne begeben, desto besser können Infektionsketten unterbrochen werden.

Die steigende Zahl der infizierten Personen plus die Erkältungssaison führten dazu, dass es vor dem Testzentrum im Bürgerspital Solothurn am Wochenende zu langen Wartezeiten kam. Vor dem Spital mussten am Sonntag Personen, die sich testen lassen wollten, über drei Stunden warten.

Vor dem Testzentrum des Bürgerspitals in Solothurn bildete sich am Montagmittag eine Warteschlange.

Vor dem Testzentrum des Bürgerspitals in Solothurn bildete sich am Montagmittag eine Warteschlange.

Dass Personen mit Krankheitssymptomen in das Testzentrum des Bürgerspitals strömten, lag unter anderem daran, dass die meisten ambulanten Teststandorte am Wochenende geschlossen sind. Um das Bürgerspital zu entlasten, bleibt das Testzentrum in Olten ab dieser Woche ebenfalls am Wochenende geöffnet.

Mehr Informationen zu Test-Orten

Damit lange Wartezeiten in den Testzentren der Spitäler trotz der steigenden Fallzahlen nicht zur Regel werden, informiert der Kanton seit Montag auf seiner Website und in den sozialen Netzwerken verstärkt darüber, wo man sich auf Covid-19 testen lassen kann.

So führen etwa Ärztezentren oder Hausarztpraxen, aber auch ein mobiles Einsatzteam der Lungenliga Tests durch. Im Gegensatz zu den zentralen Testzentren in den Spitälern ist in den Arztpraxen oft eine telefonische Anmeldung nötig.

«Die Bekanntmachung der verschiedenen Testmöglichkeiten soll es ermöglichen, dass sich Personenströme besser verteilen», schreibt der Solothurner Kantonsarzt Lukas Fenner dazu. Ganz vermeiden liessen sich Wartezeiten aber nicht, so Fenner.

Wer unter schweren Symptomen leide, müsse sich aber nicht auch noch mit langem Anstehen quälen. «In den Notfallstationen können sich Personen mit schweren Symptomen rund um die Uhr testen lassen», betont er.

Noch kein Mangel an Testkapazitäten

An Testkapazitäten mangelt es laut dem Kantonsarzt derzeit noch nicht: «Mit dem Testkapazitäten-Konzept haben wir die Planungsgrundlage geschaffen, um genügend Testkapazitäten im Kanton Solothurn sicherzustellen. Zudem soll ein Monitoring die Lage zeitnah überwachen», erklärt er.

«Allfälliger Handlungsbedarf wird laufend im Rahmen einer Begleitgruppe unter Einbezug aller wichtigen Akteure, erörtert». Damit Kapazitätsengpässe und eine Überlastung der Testzentren in Zukunft kein Thema werden, erhoffen sich der Kantonsarzt und die Gesundheitsdirektorin von der Bevölkerung, dass die grundsätzlichen Sicherheitsmassnahmen wieder vermehrt eingehalten werden.

«Damit das Gesundheitssystem nicht an den Anschlag kommt, sollte sich jeder so verhalten, dass es möglichst zu keinen weiteren Ansteckungen kommt», so die Gesundheitsdirektorin. Sprich: Abstand halten und sich die Hände regelmässig waschen. Und, wenn nötig, eine Maske tragen.

Autor

Rebekka Balzarini

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