Einen derart grossen politischen Rucksack wie Christian Imark (SVP) haben in seinem Alter nur die wenigsten im Solothurnischen. Seit 2001 sitzt der Polymechaniker aus Fehren ununterbrochen im Kantonsrat. Bei der Wahl war er damals der jüngste Parlamentarier aller Zeiten, welcher jemals dem Gremium angehörte.

In der aktuellen Legislatur steht er als Fraktionspräsident seiner Partei im Solothurner Parlament vor. Am Sonntag krönte er die bisherige Karriere in der Politik mit dem Einzug in den Nationalrat.

Der Volksentscheid beendet eine Durststrecke von mehr als zwei Jahrzehnten, in denen das Schwarzbubenland keinen Vertreter in Bundesbern hatte. Der Thiersteiner verdrängt den alteingesessenen Parteikollegen Roland F. Borer aus der grossen Kammer, der dieser während 24 Jahren angehörte. Dem Kestenholzer reichte es nur für den vierten Platz der SVP-Kandidierenden, was den frischgebackenen Nationalrat erstaunte. «Ich habe nicht erwartet, dass der Bisherige derart stark einbricht», sagt Christian Imark am Tag nach dem Triumph.

Überrascht über die Wahl

Deshalb kam die Wahl für den ehemaligen Kantonsratspräsidenten überraschend. Er habe zwar damit gerechnet, auch aus den Kantonsteilen auf der anderen Seite des Passwangs einige Stimmen zu erhalten. Dass es letztlich aber so viele waren, habe ihn sehr gefreut, erklärt ein hörbar zufriedener Imark. Der 33-Jährige landete mit einem Glanzresultat auf dem zweiten Rang der Parteiliste hinter dem von Anfang an ungefährdeten Walter Wobmann.

Vom abgewählten Roland F. Borer, dessen hohes Amtsalter in den eigenen Reihen für Opposition sorgte, kann dies hingegen nicht behauptet werden. Ein Komitee um den einstigen Parteipräsidenten Kurt Küng forderte die Wählerinnen und Wähler zur Abwahl des sogenannten Sesselklebers auf.

Shooting Star Christian Imark sorgt bei der SVP für Generationswechsel

Shooting Star Christian Imark sorgt bei der SVP für Generationswechsel

Der Betroffene betont, dass er eigentlich gar nicht ein weiteres Mal kandidieren wollte. «Meine Partei hat mich davon überzeugt, mich wieder aufstellen zu lassen», sagt er. Die Enttäuschung über die Niederlage halte sich in Grenzen, was daran liege, dass die SVP ihre beiden Nationalratssitze halten konnte.

Mit dem neuen Parlamentarier aus dem Dorneck-Thierstein könne er sehr gut leben, meint der 64-Jährige. «Christian Imark hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er eine saubere, gute Politik macht», lobt er die Leistungen seines Nachfolgers. Der Fehrner komme aus einer Region, die es verdient habe, nach langer Zeit wieder einen Nationalrat zu stellen. «Das ist auch den Wählern ausserhalb des Schwarzbubenlandes bewusst geworden», erklärt Borer, der sich nun auf seine Tätigkeit als Unternehmensberater fokussieren wird.

Beide sind Wirtschaftspolitiker

Wie sein Vorgänger sei auch er ein Wirtschaftspolitiker, sagt Imark, welcher kurz nach der Wahl noch nicht weiss, wann er als Kantonsrat zurücktritt. Klar sei, dass er sein Berufspensum reduziere, um sich angemessen der neuen Aufgabe widmen zu können.

Auf die Ziele als Bundesparlamentarier angesprochen, bleibt er noch vage, wenn er erklärt: «Ich möchte Lobbying für den Kanton Solothurn betreiben.» Dass er dabei auf Parteilinie politisieren wird, zeigt folgende Aussage des Mitglieds des Zentralvorstands der SVP Schweiz: «Die Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz müssen gewahrt bleiben.» Er wolle kein automatisches EU-Recht und keine fremden EU-Richter.