Zwar ist die Zahl neu eingehender Asylgesuche deutlich tiefer als zu Zeiten der Flüchtlingskrise. Nach wie vor im Steigen begriffen sind jedoch die Deutsch-Integrationskurse, die der Kanton Solothurn für alle Personen mit Wohnsitz im Kanton Solothurn mitfinanziert. Dies zeigen die neusten Daten der Fachstelle Integration. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wurden insgesamt 100 Deutsch-Integrationskurse mit total 1104 Teilnehmenden durchgeführt.

Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 83 Kurse gewesen mit 916 Teilnehmenden. Einerseits habe es eine gewisse Zeit benötigt, bis die Angebote bekannt gewesen seien, begründet Hilda Heller Butt, Fachexpertin Integration im kantonalen Amt für soziale Sicherheit, den nach wie vor steigenden Bedarf trotz rückläufiger Asylgesuche. Andererseits sei es ein längerfristiges Projekt, da die Alphabetisierung von lernungewohnten Personen sehr viel Zeit benötige. Am meisten Kursbesucher kamen aus Eritrea (23 Prozent) sowie Afghanistan und Syrien (je 13 Prozent). Insgesamt sind 60 Prozent der Teilnehmenden Flüchtlinge.

2,6 Mio. Franken pro Jahr

Der Kanton Solothurn übernimmt 60 Prozent der Kurskosten. Insgesamt hat er ein jährliches Budget von 2,6 Mio. Franken für die Kurse. Der Besuch ist statusunabhängig möglich und kostet die Teilnehmenden pro Lektion zwischen 3 und 7 Franken. Insgesamt ist der Anteil derjenigen Teilnehmenden, die selber für die Kurskosten aufkommen Anfang 2019 im Vergleich mit der Vorjahresperiode deutlich auf 35 Prozent angestiegen. Bei den übrigen Teilnehmenden erfolgt die Finanzierung ganz oder teilweise über die Sozialhilfe, was grösstenteils dem Aufenthaltsstatus geschuldet ist.

Der Zeitaufwand für den Spracherwerb sei gross, schreibt der Kanton. Er erfordere deshalb «ein begleitendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen». Diese sei in Solothurn und Olten voll ausgelastet gewesen. Während der Betreuungszeit profitieren die Kinder von Sprach- und Frühförderung. Die Abbruchrate bei den Kursen ist sehr tief (3,7 Prozent).

Zu Kritik geführt hatte, dass der Kanton, auch aus Kostengründen, die Intensivkurse für Asylsuchende im laufenden Verfahren gestrichten hatte. (szr)