Neubau

«Das Herz von Schaffner bleibt hier»: Der Hauptsitz in Luterbach wird realisiert

In diesen geplanten Neubau am bisherigen Standort in Luterbach will die Schaffner AG Ende 2018 einziehen. (Illustration)

In diesen geplanten Neubau am bisherigen Standort in Luterbach will die Schaffner AG Ende 2018 einziehen. (Illustration)

Der Neubau der Schaffner AG in Luterbach wird, wenn auch verzögert, realisiert. Die Ergebnisse in diesem Halbjahr sind die besten seit sechs Jahren.

Um das Neubauprojekt der Industriefirma Schaffner AG in Luterbach ist es verdächtig ruhig geworden. Im Februar 2016 stellte die Herstellerin von Elektronikkomponenten ein Bauprojekt für einen neuen Hauptsitz am jetzigen Standort vor. Der Baubeginn war auf Sommer/Herbst 2016 terminiert, bis Ende 2017 wollte Schaffner in den repräsentativen Neubau einziehen.

Heute, anderthalb Jahre später, stehen erst die Bauprofile. Zudem vermeldete die Firma vor Jahresfrist schlechte Geschäftszahlen und einen Stellenabbau. Weltweit wurden rund 40 Arbeitsplätze gestrichen, davon fünf bis zehn am Hauptsitz in Luterbach. Ferner verliess im vergangenen Sommer CEO Alexander Hagemann überraschend die Firma. Ist das Neubauprojekt aufgrund der schwierigen Geschäftsentwicklung auf Eis gelegt worden?

Baubewilligung bald erwartet

Nein, sagt Finanzchef Kurt Ledermann, der die Firma seit dem CEO-Abgang ad interim führt. Am Bauprojekt habe sich nichts verändert. Aufgrund von Änderungen am Projekt und Einsprachen hätte sich die Realisierung verzögert. Der Baubeginn sei nun auf Herbst 2017 und der Einzug der Firma auf Dezember 2018 terminiert. Diesen Zeitplan bestätigt die Bauherrin, die Immobilienentwicklerin Espace Real Estate AG. «Wir erwarten, dass die definitive Baubewilligung in den nächsten Wochen eintreffen wird», sagt Theodor Kocher, Chef der Espace Real Estate.

Das Projekt sei, so Ledermann, ein Bekenntnis zum Standort im Kanton Solothurn. «Das Herz der Firma bleibt in Luterbach.» Ein Mietvertrag über 15 Jahre sei mit der Bauherrin abgeschlossen worden. Nachdem 2010 Schaffner die letzten Produktionseinheiten von Luterbach ins Ausland verlagert hat, sind heute die Forschung und Entwicklung, Prototypenbau, Management, Marketing und Vertrieb am Hauptsitz angesiedelt. Weltweit beschäftigte die Firma Ende Geschäftsjahr 2015/16 über 3100 Personen, davon rund 100 in Luterbach.

Deutlich mehr Gewinn

Bei der Geschäftsentwicklung zeichnet sich eine Verbesserung ab, wie die heute publizierten Zahlen für das erste Halbjahr 2016/17 zeigen. Dies nachdem das Unternehmen im Vorjahressemester nur ganz knapp einen Verlust verhindern konnte. Bei einem Umsatzwachstum von 2,2 Prozent auf 94,6 Mio. Franken ist der Betriebsgewinn von 1,6 auf 6 Mio. Franken gestiegen. Der Reingewinn nahm von 0,4 Mio. auf 4,2 Mio. Franken zu.

«Das war das beste erste Halbjahr seit sechs Jahren», sagt Finanzchef Ledermann. Auch im zweiten Semester sollen die Zahlen der Vorjahresperiode übertroffen werden. Wie berichtet wird Marc Aeschlimann spätestens Anfang November das Amt des CEO übernehmen.

Schaffner entwickelt und produziert Filter und Bauteile zur effizienten und zuverlässigen Sicherstellung leistungselektronischer Systeme, sogenannte EMV-Komponenten (elektromagnetische Verträglichkeit). Die Komponenten beseitigen in Antriebssystemen, in der Bahntechnik, in Wind- und Photovoltaikanlagen, in Autos oder in Robotern elektrische Störungen.

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