Kanton Solothurn

Dank Lockerungen gehts ab ins Sommerlager: Die meisten Jublas und Pfadis führen ihre Lager durch

Lange herrschte unter den Jugendverbänden wie Pfadi, Jungwacht-Blauring, Cevi und Jungschi Unsicherheit: Findet das Jahreshighlight eines jeden Pfader, das Sommerlager, statt? Mit Einhaltung von Schutzkonzepten ist dies möglich.

Das grosse Bangen der Jugendverbände fand am 27. Mai ein Ende: Der Bundesrat kündigte an diesem Mittwoch erste Lockerungen der Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie an: Veranstaltungen bis 300 Personen und spontane Versammlungen bis 30 Personen sind wieder erlaubt.

Es herrschte bis Ende Mai Unsicherheit

Zwar hatte Sportministerin und ehemaliges Blauringmädchen Viola Amherd bereits Anfang Mai gesagt, sie rechne damit, dass Ferienlager diesen Sommer möglich sein würden. Die grosse Unsicherheit der Jugendverbände bestand aber trotzdem, weil die Beschränkung von Versammlungen auf fünf Personen ihre Sommerlager faktisch nicht ermögliche (wir berichteten). Mit der Aufhebung dieser Massnahmen und unter Einhaltung von Schutzkonzepten können aber Jugendverbände wie Pfadiabteilungen, Jubla- und Cevi-Scharen ihre Sommerlager durchführen.

Medienkonferenz des Bundesrates 27. Mai 2020

Jubla Hägendorf fährt nach Graubünden

Eine grosse Erleichterung zum Beispiel für die Jubla Hägendorf-Rickenbach. Diese verkündete auf ihrer Website schon am 1. Juni ihren definitiven Entscheid, ins Sommerlager zu fahren. «Es war keine einfache Diskussion im Leiterteam: Das Schutzkonzept war noch nicht da und wir erwarteten viel strengere Auflagen», erklärt Lagerleiterin Luzia Tester. Aber schliesslich habe sich das Team klar dafür entschieden. Für die Hägendörfer Jungwachtbuben und Blauringmädchen heisst es deshalb, gemäss dem diesjährigen Motto: «Ab id Wildnis» und nach Andiast, im Kanton Graubünden.

Für die Leitenden gelten die Abstandsregeln

Die Bundesstrukturen der Verbände haben am 8. Juni ihre Schutzkonzepte veröffentlicht. Diese wurden in Absprache untereinander erstellt und vom Bund überprüft. Neben selbstverständlichen Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen beinhalten sie auch, dass Leitende untereinander die Abstandsregeln einzuhalten haben: Wo also Kinder wie gewöhnlich in Massenschläge und 8er-Zelte übernachten können, müssen Leitende in allen Umständen voneinander Abstand halten.

Lieber mit dem Velo oder zu Fuss

«Das hat auch Auswirkungen auf die Organisation von An- und Abreise zum Lagerort und Verpflegung», sagt Daniela Diener von der Pfadibewegung Schweiz. Gemäss Felix Furrer vom Cevi Schweiz bedingt dies, dass Abteilungen unter Umständen mehr Zelte mitnehmen müssen. Auch sind beim Auftreten von Symptomen die betroffenen Personen sofort zu isolieren und einem Arzt vorzuführen. Interaktionen mit Aussenstehende (Eltern, Ehemalige) sind auf ein Minimum zu beschränken. Bei An- und Rückreisen sind wenn möglich öffentliche Transporte zu vermeiden und alternative Mittel wie Velo oder Wanderungen zu bevorzugen.

«Wir sind sehr erleichtert», sagt Pascal Trösch von der Pfadi Kanton Solothurn. «Klar, es wird kein gewöhnliches Sommerlager, aber es wird unter einigermassen guten Umständen möglich, ins Lager zu fahren.» Thomas Bucher von der Kantonsleitung von Jungwacht Blauring begrüsst seinerseits, dass Gruppenaktivitäten und Spiele möglich sind. Furrer vom Cevi glaubt, dass einige Hygienemassnahmen auch spielerisch umgesetzt werden können: «Händewaschen kann zum Lagerritual werden.»

Zwei Jubla-Scharen haben Sommerlager abgesagt

Kantonsleitungen rechnen damit, dass die meisten Jubla-Scharen und Pfadiabteilungen ein Sommerlager durchführen. «Wir wissen bloss von zwei Lagerabsagen», sagt Bucher von Jungwacht Blauring. Eine davon dürfte Jubla Trimbach sein, wie Scharleiter Patrick Schweizer erklärt: «Wir reisen jeweils mit über 70 Personen. 25 Davon sind Leitende», erklärt Schweizer.

Patrick Schweizer, Scharleiter Jubla Trimbach

Patrick Schweizer, Scharleiter Jubla Trimbach

Im Zeltlager sei es aufgrund der Gruppengrösse schwierig, vor allem mit den Distanzabständen innerhalb des Leitungsteams: «Wir haben kein Zelt, das gross genug ist, um unsere Sitzungen durchzuführen». Deshalb habe man sich entschieden, die Verantwortung nicht auf sich nehmen zu wollen. Ein schwieriger Entscheid, den auch die Pfadi Olten für die älteren Teilnehmende (12-17 Jahre) getroffen hat. Die Hauslager der jüngeren wurden beibehalten. «Wir planen unsere Sommerlager im Frühling. Anfang Mai war uns aber die Unsicherheit zu gross», sagt Abteilungsleiter Theo von Arx. Beide Scharen bieten aber vor Ort Alternativprogramme im Freien an.

Theo von Arx, Pfadiname Chap, Abteilungsleiter Pfadi Olten

Theo von Arx, Pfadiname Chap, Abteilungsleiter Pfadi Olten

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