Corona an Schulen
Solothurn verschärft: Maskenpflicht ab der 5. Klasse – repetitive Tests werden für Schulen nach den Ferien verbindlich

Zuletzt kam es an den Schulen im Kanton Solothurn zu immer mehr Ansteckungen. Nun werden die Massnahmen verschärft.

Raphael Karpf
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Auch im Kanton Solothurn müssen Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse nun Masken tragen.

Auch im Kanton Solothurn müssen Schülerinnen und Schüler ab der
5. Klasse nun Masken tragen.

Georgios Kefalas

Die Schulen sind aktuell ein Haupttreiber der Pandemie. Rund 22 Prozent aller Ansteckungen passieren im Kanton Solothurn aktuell dort. Übers ganze Jahr 2021 gesehen, waren es bisher durchschnittlich 10 Prozent.

Mittlerweile sind ein Drittel aller Personen im Kanton, die sich neu mit Corona infizieren, unter 20 Jahre jung. Vor einem Jahr lag dieser Wert ebenfalls bei 10 Prozent.

Die gute Nachricht: Kinder und Jugendliche landen praktisch nie im Spital. Die schlechte: Das Virus wird munter weiterverbreitet.

Im Kanton Solothurn galt bisher Maskenpflicht an der Oberstufe – an der Primarschule sollten Massnahmen wie Lüften, Händewaschen oder repetitives Testen ausreichen. Andere Kantone waren hier weiter gegangen und hatten ab der 5. oder sogar ab der 3. Klasse eine Maskenpflicht angeordnet.

Doch nun zieht auch der Kanton Solothurn nach, wie er in einer Mitteilung schreibt. Trotz der Massnahmen «konnte die Lage in den Volksschulen noch nicht im benötigten Umfang beruhigt werden.»

Deshalb gilt ab Donnerstag, 9. Dezember, auch an der Primarschule ab der 5. Klasse Maskenpflicht. Und zwar für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen. Diese Massnahme soll vorerst bis zu den Weihnachtsferien gelten.

Einzelne Ausnahmen sind vorgesehen. Wenn es etwa die Platzverhältnisse zulassen oder es die Unterrichtssituation «zwingend erfordert». Auch beim Instrumental- oder Sportunterricht sind Ausnahmen vorgesehen.

Das Volksschulamt hält fest, es gelte «äusserst vorsichtig zu sein und im Hinblick auf die Festtage einen zusätzlichen Effort zu geben, Fälle zu erkennen und Übertragungsketten zu durchbrechen».

Repetitive Tests werden für Schulen verbindlich

Auch bei den repetitiven Tests zieht der Kanton die Schraube an. Für Schulen war es bisher freiwillig, ob sie diese anboten oder nicht. Rund 70 Prozent der Schulträger bieten aktuell regelmässige Tests an. Nach den Weihnachtsferien wird es für die Schulen verbindlich, repetitive Tests anzubieten, schreibt das Volksschulamt.

Das letzte Wort haben aber nach wie vor die Eltern. Sie entscheiden auch weiterhin, ob ihr Kind in der Schule ein Mal die Woche in ein Röhrchen spucken muss oder nicht.

Anlässe wie Schulreisen oder Lager sind aktuell grundsätzlich möglich. Allerdings nur unter Einhaltung von Schutzbestimmungen. Wenn der Anlass eine Übernachtung vorsieht, müssen vorgängig sämtliche Kinder getestet werden (ausgenommen Genesene und Geimpfte). Ausserdem seien Anlässe draussen grundsätzlich besser geeignet als solche im Innenraum, schreibt das Volksschulamt weiter.

In die Weihnachtsferien retten

Für das Volksschulamt stehen die Massnahmen unter dem Credo: «Sicher bis zu den Festtagen.» Man könnte es auch extremer formulieren: Der Kanton versucht sich ohne Fernunterricht oder Schulschliessungen in die Weihnachtsferien zu retten.

Andere Kantone oder auch in Deutschland diskutieren noch andere Möglichkeiten. Eine davon: Die Kinder eine Woche früher in die Weihnachtsferien zu schicken.

Dass man es im Kanton Solothurn in einzelnen Schulen so machen werde, sei nicht auszuschliessen, heisst es beim Volksschulamt auf Anfrage. Generell sei es hingegen im Moment nicht angezeigt.

Denn ganz so einfach ist es natürlich nicht, die Schule einfach früher zu schliessen. Müssten doch die Eltern ein Betreuungsangebot für ihre Kinder in dieser Zeit auftreiben.

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