Luterbach

Biogen ist eine Vorzeigefirma, die in der Schweiz gegründet wurde

Zwei Forscher im Labor im Hauptquartier von Biogen in Cambridge/USA. (Archivbild)

Zwei Forscher im Labor im Hauptquartier von Biogen in Cambridge/USA. (Archivbild)

Biogen investiert in Luterbach eine Milliarde Franken. Das Bio-Tech-Unternehmen wurde 1978 in Genf gegründet und machte 2014 einen Umsatz von 9,7 Milliarden Dollar. Doch die Firma hat weitere Pluspunkte.

Die Wurzeln des heutigen Biotech-Milliardenkonzerns Biogen reichen nach Genf zurück. Dort gründete 1978 eine Gruppe international führender Forscher im Bereich der Biotechnologie das Unternehmen. Zwei Gründungsmitglieder, Walter Gilbert (Chemie) und Phillip Sharp (Medizin), wurden später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. 1982 wurde der Firmensitz nach Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts verlegt.

Ein Jahr später folgte der Gang an die Börse und seither ist das Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq in New York kotiert. 1986 wurden die ersten Medikamente in Eigenregie produziert. 2003 erfolgte der Zusammenschluss mit der kalifornischen Idec zu Biogen Idec (seit 2015 firmiert das Unternehmen wieder unter Biogen). Es entstand bis heute hinter Roche/Genentech und Amgen das weltweit drittgrösste Biotechnologie-Unternehmen. 

Pharma-Riese baut in Luterbach

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Massives Wachstum

Die Firma ist seit der Gründung massiv gewachsen. Allein 2014 ist der Umsatz um 40 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar gestiegen, der Gewinn kletterte um über 50 Prozent auf rund 3 Milliarden Franken. Und im ersten Quartal des laufenden Jahres hat sich das explosive Wachstum fortgesetzt. An der Börse ist das Unternehmen mit rund 100 Milliarden Dollar bewertet. 2014 wurde die Firma gemäss Dow Jones Sustainability World Index zum weltweit führenden Bio-Tech-Unternehmen ernannt. Zudem produziert seit kurzem klimaneutral, das heisst es stellt die Produkte ohne Nettoemissionen von Treibhausgasen her. 

Heute beschäftigt Biogen weltweit über 7500 Angestellte. Die Firma verfügt über eigene Niederlassungen in 30 Ländern sowie über ein Netz von Vertriebspartnern in über 50 weiteren Ländern. Seit 2004 befindet sich das Headquarter Biogen International, welches für alle Märkte ausserhalb den USA zuständig ist, in Zug. Dort sind 29 Angestellte beschäftigt. Ebenfalls in Zug ist die Ländergesellschaft Biogen Switzerland AG angesiedelt. Insgesamt beschäftigt Biogen heute fast 400 Mitarbeitende in der Schweiz.

Biogen hat unter anderem mehrere Medikamente wie Avonex, Tecfidera oder Tysabri zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) erforscht und entwickelt. Sie dienen zur Verbesserung der Verlaufsform schubförmiger MS. Es hat sich laut offiziellen Informationen gezeigt, dass die Arzneimittel das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Häufigkeit der Krankheitsschübe verringern können.

In der Pipeline sind Entwicklungen zur Behandlung von Alzheimer oder Hämophilie (Erbkrankheit, die zu einer Störung der Blutgerinnung führt). Laut eigenen Angaben ist Biogen führend in der Entwicklung von Therapien gegen Multiple Sklerose.

Biogen hat sich verpflichtet, nach den Grundsätzen des Corporate Citizenship zu handeln, also gesellschaftlich verantwortungsvoll. 

Wichtige Branche in der Schweiz

In der Schweiz sind 264 Biotechfirmen aktiv, die insgesamt 14'000 Mitarbeitende beschäftigen, wie der Branchenverband Swiss Biotech Association kürzlich bekannt gab. Die Firmen hätten einen Umsatz von 4,9 Milliarden Franken erwirtschaftet. (fs)

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