Die Berner Kantonalbank setzt ihre Expansion im Kanton Solothurn fort. «Im August werden wir eine weitere Niederlassung in Oensingen eröffnen», erklärte Stefan Gerber, Leiter Grosskunden und Region Solothurn sowie Geschäftsleitungsmitglied an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz in Bern.

Der Bezirk Gäu und der Hauptort Oensingen sei die bevölkerungsmässig am stärksten wachsende Region im Kanton Solothurn. Elf Jahre nach dem Markteintritt betreiben die Berner fünf Solothurner Niederlassungen, zwei in der Stadt Solothurn, je eine in Grenchen, Balsthal und Hägendorf und beschäftigen 36 Mitarbeitende.

Die Bank habe sich im Solothurnischen «sehr erfreulich» entwickelt, sagte Gerber. Die Kantonalbank zähle aktuell rund 16 000 Kundinnen und Kunden und das Geschäftsvolumen habe die Grenze von 2 Milliarden Franken überschritten.

Davon entfiele fast die Hälfte auf Kredite und je ein Viertel auf Kundengelder und Depotgelder zur Vermögensverwaltung.«Damit haben wir im Solothurnischen die Grösse einer mittleren Regionalbank erreicht», ergänzte Hanspeter Rüfenacht, CEO der Kantonalbank.

Zinsengeschäft unter Druck

Insgesamt ist die Berner Kantonalbank 2013 weiter gewachsen. Der Hypothekenbestand ist um 3,6 Prozent auf 18,4 Milliarden Franken gestiegen. Rüfenacht sprach von «einem gesunden Wachstum».

Denn die Bank halte trotz harter Konkurrenz die Kreditvergabekriterien wie kalkulatorischer Zinssatz von 5 Prozent und Belehnungshöhe von maximal 80 Prozent strikte ein. Die Refinanzierung sei überdurchschnittlich solide, die Kundenausleihungen insgesamt seien vollständig durch Kundengelder gedeckt.

Weniger erfreulich verlief die Entwicklung im Zinsengeschäft, dem weitaus wichtigsten Ertragspfeiler der Bank. Die Tiefstzinsen schmälern die Marge und die Zinsabsicherungen kosten viel Geld, wurde der Rückgang des Zinserfolges um 5,4 Prozent begründet. Die höheren Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft konnten den Rückgang nicht kompensieren.

Dagegen habe man beim Geschäftsaufwand «eine Trendwende» geschafft. Die Massnahmen zur Kostensenkung zeigten Wirkung und der Aufwand sei 1,3 Prozent tiefer ausgefallen. Der Bruttogewinn sank um 3,3 Prozent auf 206,1 Millionen Franken.

Mehr Reingewinn dank Goldverkauf

Unter Einschluss von positiv und negativ wirkenden Sonderfaktoren resultierte beim Bruttogewinn dagegen ein Plus von 3,7 Prozent. Einerseits verbesserte der Verkauf von als Finanzanlage gehaltenen 2,8 Tonnen Gold den Posten übriger ordentlicher Erfolg um 31,5 Millionen Franken.

Andererseits wurde der Geschäftsaufwand durch eine ausserordentliche Zuweisung an die Pensionskasse von 15,3 Millionen Franken belastet. Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 130,1 Millionen Franken, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

USA: «Genügend Rückstellungen»

Im Steuer-Verfahren zwischen der Schweiz und den USA liess sich die Kantonalbank bekanntlich in die «Kategorie 2» einteilen. Zur Deckung einer allfälligen Busse habe man «genügend Rückstellungen - in zweistelliger Millionenhöhe - gebildet», versicherte Rüfenacht.

Weniger als 0,2 Prozent der Kundenvermögen gehörten US-Kunden. Dies entspricht rund 75 Millionen Franken. Die Anzahl der Kunden mit Verbindungen zu den USA bezifferte er auf «mehrere 100, aber unter 500.»

Experten würden nun die Konten überprüfen. Mitte 2014 sollten erste Ergebnisse vorliegen, ob US-Kunden der Kantonalbank ihrer Steuerpflicht nachgekommen sind oder nicht.