Bis zu dessen Fertigstellung dauerte es allerdings noch bis 1916. Heute zählt der Tunnel zu den am stärksten befahrenen Streckenabschnitten im SBB-Netz. Mit 8134 Metern hat er zwar nicht die Länge der grossen Alpentunnels, gehört aber gleichwohl zu den langen Tunnels im Schweizer Schienennetz.

Alte Strecke hatte Steigungen

Der Jura-Durchstich brachte damals eine wesentliche Erleichterung des Nord-Süd-Bahnverkehrs zwischen Basel und dem Mittelland. Der Hauenstein-Basistunnel liegt östlich des alten Hauensteintunnels zwischen Läufelfingen und Trimbach. Dieser war 1858 als erster Jura-Durchstich der Bahn überhaupt in Betrieb gegangen. Die Strecke weist jedoch Steigungen ähnlich jenen der Gotthardlinie auf, und als die Züge immer länger und schwerer wurden, machte das den Betrieb umständlich.

Denn man brauchte Vorspann- und Schiebelokomotiven, um die Züge über die Rampen zu bringen. 1901 übernahmen die SBB die bis dahin von der Schweizerischen Central-Bahn (SCB) betriebene Strecke. Nach der Eröffnung der Simplonlinie 1906 studierten die SBB mögliche neue Linienführungen, wie eine Info-Tafel eines Bahnlehrpfads in Trimbach erläutert.

Im Gespräch seien mehrere neue Linienführungen gewesen, aber auch der Vorschlag, die alte Hauensteinlinie zu elektrifizieren. 1909 genehmigte der SBB-Verwaltungsrat schliesslich das Projekt des Hauenstein-Basistunnels, und die eidgenössischen Räte segneten 1910 einen Kredit in der Höhe von 24 Millionen Franken ab. In Trimbach und Tecknau entstanden während des Baus eigene Siedlungen für die Tunnelarbeiter.

Der Hauenstein-Basistunnel ist heute Teil der Nord-Süd-Transversale im europäischen Personenbahnverkehr, trägt aber auch mehrheitlich den Güterverkehr zum Lötschberg und Simplon. Den schweizquerenden Güterverkehr zum Gotthard wickeln die SBB dagegen vorwiegend über die Bözberglinie zwischen Fricktal und Brugg ab, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi sagt. Die Strecke durch den Hauenstein-Basistunnel gehöre zu den zehn am stärksten belasteten Streckenabschnitten des SBB-Netzes.

Doch auch wenn der Gotthard-Basistunnel eröffnet wird, befürchten die SBB vorderhand keine Engpässe. Denn im Güterverkehr wird die Bözberg-Linie zum 4-Meter-Korridor ausgebaut.