Kommentar

Augen auf bei Bonuszahlungen

«Der Regierungsrat ist gut beraten, ohne Rücksicht auf frühere Amts- und Würdenträger für Ordnung im Stall zu sorgen.»

«Der Regierungsrat ist gut beraten, ohne Rücksicht auf frühere Amts- und Würdenträger für Ordnung im Stall zu sorgen.»

Es ist so eine Sache mit den Boni. Mit jenen monetären Zusatzleistungen zum Grundlohn, die meist an bestimmte Leistungen geknüpft sind. Spätestens seit den Gehalts- und Bonusexzessen bei den Grossbanken stehen sie im Ruch, zumindest etwas Zwielichtiges an sich zu haben.

Das müsste nicht sein. Wenn Voraussetzungen und Umfang der Zusatzzahlungen transparent und nachvollziehbar sind, ist dagegen nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Auch bei der öffentlichen Hand nicht, die heute ebenfalls Leistungslohnanteile kennt.

So weit, so gut. Doch was derzeit im Kanton Solothurn am Beispiel der Gebäudeversicherung durchexerziert wird, ist nicht unbedingt ein Argument für Bonuszahlungen an Personen, die im weitesten Sinn im Staatsdienst stehen. Das hat weniger mit der Höhe der Zahlungen an den früheren Direktor zu tun als vielmehr mit dem, was im Gefolge des Falls ans Tageslicht kommt.

Der Regierungsrat ist gut beraten, ohne Rücksicht auf frühere Amts- und Würdenträger für Ordnung im Stall zu sorgen. Dass sich beispielsweise Gerichte weigern, offensichtliche Überschreitungen der Boni-Obergrenzen zu korrigieren, ist ebenso stossend wie die Tatsache, dass die Instrumente der Aufsicht und Kontrolle lange nicht gegriffen haben. Zeit, das rasch zu ändern. Auch im Interesse jener, die einen legitimen und legalen Anspruch auf Bonuszahlungen haben.

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