Zumindest vorerst sah der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark «keine Veranlassung, jemandem einen Badge und damit freien Zutritt ins Bundeshaus zu geben». Das sagte er im Januar 2016 gegenüber dieser Zeitung. Nun hat auch er einen Zutrittsbadge für das Bundeshaus vergeben: An Timotheus Bruderer, den Sekretär der parlamentarischen Gruppe «Schweiz und Israel». Das geht aus einer soeben veröffentlichten Liste der Parlamentsdienste hervor.

Imark ist selbst Mitglied der Gruppe. Im April war er mit einer Delegation in Israel zu Gast. Weil zur informellen Reise auch der Besuch einer völkerrechtlich nicht anerkannten Siedlung im Westjordanland gehörte, wurde die Delegation damals von SP-Politikern scharf kritisiert.

Jeder Parlamentarier darf zwei Badges für das Bundeshaus vergeben. Die «Tickets für die Wandelhalle» sind gerade unter Lobbyisten begehrt. Zu einer Mutation kam es unterdessen auch bei FDP-Nationalrat Kurt Fluri, der einen Zutrittsbadge an Roman Widmer vergeben hat. Er arbeitet für den Schweizerischen Städteverband, der von Fluri präsidiert wird. Mit seinem zweiten Badge hat weiterhin ein Vertreter der Schweizerischen Gasindustrie Zutritt zum Bundeshaus. (sva)