Kanton Solothurn

Auch nach Aufhebung der Promillegrenze: Gutes Zeugnis für die Solothurner Aareböötler

Im Kanton Solothurn gab es dieses Jahr noch keine Unfälle beim Aareböötle. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

Im Kanton Solothurn gab es dieses Jahr noch keine Unfälle beim Aareböötle. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

Im Kanton Solothurn darf diesen Sommer beim «Aareböötlen» wieder mit Alkohol geprostet werden. Wer jetzt vermutet, dass die Polizei infolgedessen vermehrt Böötler anhalten muss, liegt jedoch falsch.

Im Juli haben im Kanton die Sommerferien begonnen, das Wetter lud immer wieder zu einer Abkühlung in der Aare ein – am Besten vom Böötli aus. Wie verhielten sich die Solothurner Aareböötlerinnen und Aarebötler bis anhin?

Um Vorfällen vorzubeugen, sei die Sondergruppe Schiffahrt der Kantonspolizei Solothurn in den Sommermonaten und insbesondere den Sommerferien mehr am und auf dem Wasser präsent, erklärt Pascal Studer, Leiter der Sondergruppe Schifffahrt der Kantonspolizei Solothurn, auf Anfrage. Die Kontrollen würden aber nicht nur auf der Aare und der Emme, sondern auch auf anderen Gewässern des Kantons mehrmals pro Woche durchgeführt. Hierbei würden nicht nur Boote berücksichtigt, sondern auch Littering, das Missachten von Fahrverboten oder die Fischerei. 

Die Sondergruppe Schifffahrt im Einsatz.

Die Sondergruppe Schifffahrt im Einsatz.

Ein gutes Zeugnis für die Böötler

Dass aufgrund der Aufhebung des Promilleverbots vermehrt fahrlässiges Verhalten an den Tag gelegt werde, sei bis anhin jedoch nicht der Fall, erläutert Studer. Insgesamt sei den Aareböötlern» auf dem Gebiet des Kantons Solothurns ein gutes Zeugnis auszustellen: «Die meisten Leute verhalten sich korrekt und verantwortungsbewusst». Weder habe es bis anhin im Zusammenhang mit Alkohol eine Strafanzeige gegeben, noch hätten sich Unfälle bei Wasseraktivitäten ereignet. 

Dies im Gegensatz zum Kanton Bern, in welchem vor die Berner Kantonspolizei vor rund zwei Wochen mehrfach ausrücken musste, weil Personen beim Gummibootfahren zwischen Bern und Thun in Not gerieten

Was gilt es beim Aareböötlen zu berücksichtigen?

Allem voran ist das Schweizerische Binnenfahrtsgesetzt zu beachten. Sie haben davon noch nie etwas gehört? Falls dies zutrifft, machen Sie sich keine Gedanken. Wie Studer erklärt, ist das Gesetz vielen Menschen gar nicht oder nur ungenügend bekannt. «Aareböötler» seien häufig naturverbundene Menschen, die in aller Regel geltende Vorschriften nicht absichtlich missachteten, führt er aus. 

Da die Kantonspolizei Badeunfällen oder Ertrinken vorbeugen will, veröffentlichte sie am Montag dieser Woche ein Video, in welchem die wichtigsten Tipps zur sicheren Fahrt erklärt werden.

Da die Sicherheit vorgeht, ist gemäss der Kapo Solothurn folgendes zu beachten: Boot mit Adresse und Telefonnummer anschreiben und mit der gleichen Anzahl Schwimmwesten wie die sich auf dem Gummiboot befindenden Personen ausstatten. Nicht zu vergessen seien auch ein oder zwei Paddels zur «Manövrierfähigkeit» oder um entgegenkommenden Booten auszuweichen.

Wie bereits erwähnt, ist die Alkohol-Promillegrenze von 0.5, welche anfangs 2020 vom Bund aufgehoben wurde, nicht mehr auf der Liste zu finden. Gemäss Studer bedeutet die Aufhebung jedoch nicht, «dass ein Böötler mit einem Gummiboot nun unbegrenzt Alkohol konsumieren» dürfe. Schliesslich besagt das Gesetz, dass der jeweilige Fahrer eines sogenannten Strandbootes – darunter fallen diverse sogenannte Schwimmgeräte – fahrfähig sein muss. Dies heisse, dass die Person weder sich noch andere mit ihrem Verhalten gefährden dürfe. Alkoholkontrollen seien demnach bei entsprechenden Anzeichen jederzeit möglich. 

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