Ein echter Fasnächtler lässt sich vom Temperatursturz auf magere 12 Grad Celsius und Regengüssen nicht beeindrucken. «Das Wetter ist an diesem Wochenende Nebensache», meint Silja Suter von den die Guggen-Schweizer-Meisterschaft 2014 organisierenden Chräieschränzern Egerkingen. Sie sorgt mit Nathalie Rüttiman dafür, dass sich die Teilnehmer des 31 Sujets und Gruppen umfassenden Umzugs am richtigen Ort aufstellen.

Auch Martina Sidler von den Bünzgeischter aus dem aargauischen Bünzen hat kein Problem mit dem Nieselregen und der Kälte. «Das Wetter ist gerade richtig, halt wie an der Fasnacht», findet die 30-Jährige. «Für uns ist das kein Thema», sagt auch Sandra Schmid von den Rafjifäger aus Brig. Und wenn doch, helfe ein Glühwein.

Die Guggenmusikantin aus dem Wallis ist voll des Lobes über die Organisation und die Stimmung in Egerkingen. Die am Samstag über die Bühne gegangene Ausscheidung für das Finale der Guggen-Schweizer-Meisterschaft sei wie alles hier absolute Spitze gewesen.

Mit spürbarer Spielfreude

Die gute Stimmung ist am Sonntag auch beim kurz vor 14 Uhr gestarteten Umzug spürbar. Die rund 20 mitmarschierenden Guggenmusiken aus der ganzen Schweiz und dem benachbarten Deutschland zeigen dem wegen des Wetters nicht so zahlreich aufmarschierten Publikum, dass Guggenmusik ebenso vielfältig sein kann wie die Gewänder und Kostüme jener, die sie vortragen.

Die Palette reicht von melancholischen Tönen über gewohnt schräge bis hin zu fast professionellen Darbietungen. Alle Guggen haben eines gemeinsam: Sie treten mit viel Spielfreude auf. Davon ist offenbar auch Petrus beeindruckt und lässt die Sonne gegen Schluss des Umzugs aus den dicken Wolken heraustreten. Auch zur Freude von Stefan Heim aus Neuendorf, der mit seinem 12-jährigen Sohn Tobias das Treiben interessiert mitverfolgt. Wegen des Wetters habe er zuerst nicht kommen wollen. «Es hat sich aber gelohnt», so der 48-jährige Landwirt.

Baukis aus Kriegstetten holen Titel

Nach dem Umzug strömen Umzugsteilnehmer und Zuschauer auf das Festareal beim Mühlemattschulhaus, um dort zu erfahren, welche der 23 an der Guggen-Schweizer-Meisterschaft teilnehmenden Guggen den Titel holt und damit Nachfolger der Fränkeschränzer aus Bubendorf BL antritt. Die Solothurner Ehre retten die Baukis aus Kriegstetten, die zum Guggen- Schweizer-Meister 2014 gekürt werden. Bewertet wurden von der Jury Musik, Choreografie und Kostüme. Den Weltrekord mit möglichem Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde für das lauteste Instrument holte Keven Horrat aus Luzern mit dem Schlagzeug, die Fränkeschränzer triumphierten als Guggenmusik.

OK-Chef Peter Studer ist am Sonntagabend mehr als zufrieden mit dem Ablauf des drei Tage dauernden Grossanlasses mit rund 3000 Akteuren und etwa 12 000 Besuchern. «Wir haben von allen Beteiligten durchwegs positive Rückmeldungen erhalten.» Ein Kränzchen windet Studer den organisierenden «Chräieschränzern» und den über 300 im Einsatz stehenden Helferinnen und Helfern: «Alle haben hervorragende Arbeit geleistet.»

Resultate unter www.guggen-sm14.ch