Staatsanwaltschaft

Alle Verfahren gegen die Kirschblütengemeinschaft sind eingestellt

Das Zentrum der Kirschblütengemeinschaft in Lüsslingen-Nennigkofen.

Das Zentrum der Kirschblütengemeinschaft in Lüsslingen-Nennigkofen.

Die Staatsanwaltschaft hat auch das letzte Verfahren, jenes gegen den Sohn von Samuel Widmer, eingestellt. Die Verfügung ist rechtskräftig, die Erleichterung beim entlasteten Beschuldigten gross.

Jahrelang hatten die Ermittlungen der Solothurner Staatsanwaltschaft gedauert. Wurden bei der Lüsslinger Kirschblütengemeinschaft illegale Substanzen an Klientinnen und Klienten abgegeben? Oder war alles Schall und Rauch und Racheeifer bei der Zeugenschaft? Im August des vergangenen Jahres wurden die Verfahren gegen die beiden Partnerinnen des 2017 verstorbenen Kirschblüten-Oberhauptes Samuel Widmer eingestellt. Von den Vorwürfen blieb nichts übrig. Die Hintergründe zum Fall blieben im Dunkeln. Erst der Monate später mögliche Einblick in die Einstellungsverfügung zeigte: Die Hinweise auf die vermutete, aber unbewiesene Drogenabgabe gab es sehr wohl. Die Staatsanwaltschaft hielt sogar fest, eine Verdachtslage bleibe bestehen. Trotzdem: Die Einstellungsverfügungen wurden rechtskräftig. Die beiden Partnerinnen von Widmer erhielten je 2000 Franken Genugtuung; der Staat musste weiter Anwalts- und Gerichtskosten von rund 20'000 Franken übernehmen.

Eine Sache blieb einstweilen unerledigt: Der Sohn von Widmer, dem der Verkauf von Drogen vorgeworfen wurde, sollte mit einem Strafbefehl belangt werden. Doch nun zeigt sich: Die Staatsanwaltschaft hat auch
dieses Verfahren eingestellt; die Verfügung ist nach unbenützter Beschwerdefrist rechtskräftig geworden. Erstens ist der von Widmers Sohn erbrachte «Freundschaftsdienst» kaum der Rede wert und bewegt sich im «Grenzbereich zu straffreiem Verhalten». Zweitens gewichtet die Staatsanwaltschaft die lange Verfahrensdauer zugunsten des 27-Jährigen. Und drittens führe dieser ein «geordnetes und straffreies Leben».

Der entlastete Beschuldigte sagt dieser Zeitung gegenüber: «Das Verfahren hat enorm lang gedauert und etliche Nachteile und negative Folgen mit sich gebracht, die mit der Aufklärung zumindest teilweise neutralisiert werden können.»

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