Autobahn
Ab sofort gibt es auf der A1 bei Härkingen eine Spur mehr

Das Nadelöhr des Schweizer Autobahnnetzes soll Vergangenheit sein: Ab sofort sind in Richtung Bern drei Spuren offen. Mit dem Ausbau wurde die Verkehrskapazität auf 120 000 Fahrzeuge pro Tag erhöht.

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Autobahnbrücke Gunzgen-Härkingen, Blick in Richtung Verzweigung Wiggertal: Hier wird die dritte Spur erst am 29. August freigegeben.

Autobahnbrücke Gunzgen-Härkingen, Blick in Richtung Verzweigung Wiggertal: Hier wird die dritte Spur erst am 29. August freigegeben.

Bruno Kissling

Grosse Premiere auf der Autobahnstrecke Wiggertal-Härkingen: In Fahrtrichtung Bern sind am Donnerstag die letzten Baustellenabschrankungen entfernt worden. Erstmals sind damit drei Fahrbahnen für den Verkehr geöffnet. Drei Jahre lang dauerten die Arbeiten, um das Autobahnstück auf sechs Spuren auszubauen. Die neuen Fahrspuren werden nun etappenweise freigegeben. Allerdings wird die Fahrbahn am Montag bis Mittwochmorgen kommender Woche nochmals auf zwei Spuren reduziert. Ab Mittwoch rollt dann der Verkehr definitiv über drei Spuren.

In Richtung Zürich stehen dem Verkehr ab Freitag, 29. August, die drei Fahrspuren zur Verfügung. An einzelnen Tagen werde es jedoch noch zu vorübergehenden Spurreduktionen kommen, hiess es beim Bundesamt für Strassen (Astra) diese Woche auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Die Bauarbeiten dauerten laut dem Bundesamt insgesamt einen Monat weniger lang als geplant. Für 235 Millionen Franken war seit 2012 das Autobahn-Nadelöhr beseitigt worden. Die aufwendigen Arbeiten für die Sanierung und den Ausbau von je zwei auf je drei Fahrspuren pro Richtung hatten wegen Verkehrsüberlastung und wegen Unfällen wiederholt zu über zehn Kilometer langen Staus geführt.

Kapazität für 120 000 Autos

Verkehrsministerin Doris Leuthard bezeichnete das rund 9 Kilometer lange Teilstück im Mai an einer Medienkonferenz auf der Baustelle in Gunzgen als «Herzstück des Nationalstrassennetzes». Es ist der Abschnitt, wo sich nicht nur der Nord-Süd-Verkehr (A2) und der Ost-West-Verkehr (A1) überlagern, sondern auch der regionale Pendlerverkehr mit dem internationalen Reise- und Transitverkehr. Mit dem Ausbau wurde die Verkehrskapazität auf 120 000 Fahrzeuge pro Tag erhöht. Das entspricht dem prognostizierten Verkehrsaufkommen im Jahre 2030.

Viermal so viel Verkehr wie 1971

Zwischen 1971 und 2011 hatte sich der Verkehr von 22 677 auf 85 859 Fahrzeuge pro Tag vervierfacht. Mitte der 1960er- Jahre war das Teilstück eröffnet worden. Im Kanton Solothurn liegt bereits das nächste Ausbauprojekt auf dem Tisch: Die 22 Kilometer zwischen den Verzweigungen Luterbach und Härkingen sollen von vier auf sechs Spuren erweitert werden. Die Arbeiten sollen 2022 beginnen und acht Jahre dauern. Die Kosten für die Beseitigung dieses Engpasses und die gleichzeitige Instandsetzung des Streckenabschnittes betragen rund 750 Mio. Franken. (sda)