Orkantief in Solothurn

60 Meldungen, keine Verletzten: Sturm «Sabine» verschonte Kanton bisher weitestgehend

In Dulliken traf ein umstürzender Baum ein fahrendes Auto. Verletzt wurde niemand.

In Dulliken traf ein umstürzender Baum ein fahrendes Auto. Verletzt wurde niemand.

60 Meldungen bei der Kantonspolizei, vier geschlossene Schulen, ein Baum auf einem Auto, keine Verletzten. Die Schadensbilanz nach einem Tag «Sabine» fällt im Kanton Solothurn einigermassen glimpflich aus. Für die Nacht auf Dienstag und bis Dienstagmittag sind aber bereits weitere Sturmwarnungen herausgegeben.

Die Deutsche Bahn stellte wegen dem Sturm «Sabine» den gesamten Zugverkehr ein, in Schweden kenterte ein Fischer mit seinem Boot und ertrank, in Polen wurden eine Mutter mit ihrer Tochter von herumfliegenden Dachteilen erschlagen. Verglichen damit kam der Kanton Solothurn bis jetzt glimpflich davon. Bis gestern Abend gingen bei der Kantonspolizei insgesamt 60 Meldungen in Zusammenhang mit dem Sturm ein. Die «gravierendsten» stammten dabei aus den frühen Morgenstunden. So war die Passwangstrasse aufgrund umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt, in Dulliken stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. In Welschenrohr wurden Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 121 km/h gemessen. Im Verlauf des Tages beruhigte sich die Situation aber weitestgehend, bis gestern Abend waren der Kantonspolizei keine Vorfälle mit Verletzten bekannt.

Für heute Dienstag droht aber bereits neues Ungemach. Bis gegen Mittag sind laut SRF Meteo wieder Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h möglich, in Berglagen sogar bis zu 180 km/h. Am schlimmsten soll der Sturm aber bereits in der Nacht auf heute gewütet haben, so die Prognose von SRF Meteo. Und bis Dienstagabend soll das Ganze dann weitestgehend überstanden sein.

Die Solothurner Kantonspolizei hat sich für den Sturm gerüstet. Bereits am Montag hat sie das Personal in der Alarmzentrale aufgestockt, heute wird bis auf weiteres weiter so verfahren. Für die Bevölkerung hat sie zudem eine Reihe von Ratschlägen veröffentlicht, Fussgängern empfiehlt sie bei starkem Wind zu Hause zu bleiben und sicher nicht in den Wald oder Ufernähe zu gehen. Autofahrern empfiehlt sie zudem, wenn möglich den öV zu benutzen, ansonsten aber besonders vorsichtig zu fahren.

Vier Schulen geschlossen, kaum Betrieb am Flughafen

Auch wenn sich das Ausmass des Sturms insgesamt in Grenzen hielt, ganz ungeschoren kam auch der Kanton Solothurn bisher nicht davon. So haben insgesamt vier Schulen im Schwarzbubenland den Unterricht aus Sicherheitsgründen gestrichen. Dies, da der Schulweg für die Kinder als zu gefährlich eingestuft wurde. Zudem kam es in mehreren Gemeinden im Schwarzbubenland aufgrund des starken Windes vorübergehend zu Stromausfällen.

Vier Solothurner Schulen bleiben wegen "Sabine" geschlossen

Vier Solothurner Schulen bleiben wegen "Sabine" geschlossen

Im Kanton Solothurn fiel der Unterricht auf Grund der Orkanwinde an vier Schulen aus. Der Schulweg am Montag wäre für die Kinder zu gefährlich gewesen.

Auch am Flughafen Grenchen spürte man die Folgen des Sturms. Oder in den Worten von Flughafendirektor Ernest Oggier: «Bei uns ist alles ruhig.» Denn es waren kaum Flugzeuge in der Luft. Fliegen hätten die Piloten zwar dürfen, der Flughafen war grundsätzlich offen. Doch aufgrund des Windes und der schlechten Sicht entschieden sich die meisten Flieger, am Boden zu bleiben. Oggier nahms gelassen: «Wir sind in der schönen Lage, dass bei uns die Fliegerei kein Muss ist. Wer will, kann fliegen, sinnvoll ist es im Moment aber nicht.» Gefährlich sei es zwar noch nicht gewesen, meint er, aber «wer fliegt, den schüttelt es gehörig durch». So haben dann etwa auch die Flugschüler in Grenchen gestern Theorie gebüffelt anstatt Kreise am Himmel gedreht. Ein bis zwei Mal pro Jahr komme es vor, dass aufgrund von Wind und Wetter die Flugzeuge am Boden bleiben. Oggiers lakonischer Kommentar dazu: «Das Leben findet auch mit dem Wetter statt. Und wenn es nicht so ist, wie wir uns das wünschen, muss der Mensch sich halt anpassen.»

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