«PestiRed»

21 Solothurner Bauern machen bei Projekt zur Pestizid-Reduktion mit

Pflanzenbehandlungsmittel seien in der Bevölkerung nicht hoch angesehen und würden zum Teil langfristig auch umweltschädigend wirken. (Symbolbild)

Pflanzenbehandlungsmittel seien in der Bevölkerung nicht hoch angesehen und würden zum Teil langfristig auch umweltschädigend wirken. (Symbolbild)

Das angestrebte Ziel ist ein ehrgeiziges: 75 Prozent der Pestizide wollen Bauern einsparen, und dies bei einem Ertragsverlust von höchstens zehn Prozent.

Das angestrebte Ziel ist ein ehrgeiziges: 75 Prozent der Pestizide wollen Bauern einsparen, und dies bei einem Ertragsverlust von höchstens zehn Prozent. Im Rahmen des Projektes «PestiRed», lanciert von IP-Suisse, dem Verein für integriert produzierende Bauern, und Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, werden insgesamt 130 Betriebe in den Kantonen Genf, Waadt und Solothurn in den nächsten sechs Jahren eng mit der Forschung zusammenarbeiten, um «innovative Anbausysteme» zu entwickeln.

Im Kanton Solothurn sind es 21 Betriebe, die sich beworben haben, am Projekt teilzunehmen. Begleitet werden sie vom Bildungszentrum Wallierhof. Bund und Kanton (nach entsprechendem Regierungsratsbeschluss, der nach den Sommerferien erfolgen wird), werden das Projekt finanziell unterstützen, um allfällige Ertragsverluste und Kosten der Bauern zu entschädigen. Andreas Wyss, Beratungsleiter vom Wallierhof, fasst zusammen: «Wir werden das Praxiswissen der Landwirte und die Forschung zusammenbringen, um neue Ideen zu entwickeln, wie man den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln begrenzen kann.»

Wieso gerade der Kanton Solothurn am Projekt teilnehme? «Weil wir gespannt sind auf die neuen Innovationen und uns das Projekt gefallen hat», erklärt Wyss. Pflanzenbehandlungsmittel seien in der Bevölkerung nicht hoch angesehen und würden zum Teil langfristig auch umweltschädigend wirken, informiert Wyss. Im Rahmen des Projektes werde man vermehrt zu «natürlichen Regulationsmechanismen» greifen und nur dann Pestizide spritzen, wenn grosser Schaden droht. So sei der Masseneffekt unter den Bauern grösser, da der Pestizideinsatz nicht komplett untersagt ist, wie dies bei den Bio-Betrieben der Fall ist.

Die Hemmschwelle zur Teilnahme sei so tiefer, da die Auflagen viel weniger streng sind als für Bio-Betriebe. Unter natürlichen Regulationsmechanismen verstehe man zum Beispiel eine überlegte Fruchtfolge: Wenn man etwa nach dem Weizenanbau nicht direkt mit Mais weiterfahre, könne man Schädlingsbefälle minimieren, erklärt Wyss. Auf die Konsumenten würden sich das Projekt und die neue Anbauweise nur minim, wenn überhaupt auswirken, schätzt Wyss.

Da mit einem maximalen Leistungsausfall von zehn Prozent gerechnet wird, betrage auch die Verteuerung der Produkte maximal zehn Prozent. Bei erfolgreichem Abschluss des Projektes werden die Produkte, die mit möglichst wenig Pestiziden behandelt worden sind, mit dem IP-Logo, dem roten Marienkäfer, gekennzeichnet sein.

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