Corona

2084 Manntage geleistet: Der Einsatz des Zivilschutzes an den Solothurner Spitälern ist beendet

Der Zivilschutz ist nicht mehr länger an den Spitälern im Kanton Solothurn im Einsatz. Die Solothurner Spitäler AG stellt nun Securitas an, um künftig die vorgeschriebenen Eintrittskontrollen durchzuführen.

Es war der grösste Einsatz des Zivilschutzes seit Jahrzehnten: Seit dem 14. März unterstütze der Zivilschutz alle grossen Spitäler im Kanton. Die Zivilschützer waren vor allem für die Eingangskontrolle zuständig. Dadurch sollte das Gesundheitspersonal entlastet werden. Insgesamt wurden zu Gunsten der Spitäler Solothurn, Olten und Dornach 2084 Manntage geleistet. Im Durchschnitt waren 32 Angehörige des Zivilschutzes permanent im Einsatz. Um diesen Einsatz zu bewältigen, seien rund 400 Aufgebote verschickt worden, weiss Andrea Affolter, Medienbeauftragte des Regierungsrates.

Allein in der Region Solothurn wurden rund 1200 Diensttage geleistet und knapp 300 Zivilschützer aufgeboten, erklärt Boris Anderegg, Zivilschutzkommandant der Region Solothurn. «Der regionale Zivilschutz hat zwei Flyer-Aktionen durchgeführt und war im Bürgerspital im Einsatz», bilanziert Anderegg.

Nun wurde der Einsatz des Zivilschutzes am letzten Sonntag beendet. «Der Sonderstab Corona (SOCOSO) traf die Entscheidung in Absprache mit der Solothurner Spitäler AG (soH) aufgrund der stetig sinkenden Fallzahlen und der Wiederaufnahme der elektiven Eingriffe in den Spitälern», begründet Affolter diesen Entscheid. Auch für Boris Anderergg kommt die Beendigung des Einsatzes wenig überraschend und sei durchaus nachvollziehbar. Denn um möglichst zeitnah planen zu können, sei man immer in regem Kontakt mit dem Corona-Stab gestanden und sei frühzeitig informiert worden.

Securitas übernimmt Aufgaben des Zivilschutzes

Die soH hat sich nun anders organisiert. «Aufgrund der Zutritts- und Besuchsregeln, welche auf vom Bund geforderten Schutzkonzepten sowie weiteren bundes- und kantonsrechtlichen Vorgaben für die Spitäler beruhen, sind wir zurzeit auf Eingangskontrollen angewiesen», erklärt Gian Trionfini, Mediensprecher der soH. Dabei übernehmen die Securitas-Mitarbeitenden die Aufgaben der Zivilschützer. Sie befragen eintretende Patienten und andere Personen nach dem Grund des Spitalbesuchs und leisten die nötige Aufklärung in Bezug auf Sicherheits- und Hygienemassnahmen.

Die Securitas habe bereits am Montag diese Aufgaben im Bürgerspital und im Kantonsspital Olten übernommen, so Trionfini. Die Höhe der Gesamtkosten für diesen Einsatz werde davon abhängen, wie lange die Securitas-Mitarbeitenden benötigt werden. Und dies wiederum hänge davon ab, wie lange die vorgeschriebenen Schutzkonzepte gelten, erklärt Trionfini. Doch eines ist sicher: Der Einsatz der Securitas wird teurer werden als jener des Zivilschutzes, der für die soH kostenlos war. Die Frage bleibt unbeantwortet, weshalb der Zivilschutz die Eintrittskontrollen, die offensichtlich noch immer durchgeführt werden müssen, nicht weiterhin übernehmen konnte und nun ein Ersatz organisiert werden musste. Denn laut einem eben erst publizierten Artikel des Bundesamt für Bevölkerungsschutz hatte man mit einer deutlich längeren Einsatzdauer gerechnet.

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