Museumsbilanz

2019 war ein gutes Jahr: Sieben Solothurner Museen – sieben Erfolgsgeschichten

Ein neuer Besuchermagnet: das Oltner Haus der Museen.

Ein neuer Besuchermagnet: das Oltner Haus der Museen.

Erfolgreiche Ausstellungen, hohe Besucherzahlen. Sieben Solothurner Museen blicken zurück auf das Jahr 2019. Die meisten sind überaus zufrieden.

Naturmuseum Solothurn:
Das Naturmuseum hat ein Rekordjahr hinter sich. Über 45'000 Besucher, das sind so viele wie seit dem Eröffnungsjahr 1980 nicht mehr. Besonders gut angekommen sei gemäss dem stellvertretenden Museumsleiter Andreas Schäfer die Sonderausstellung zum Thema Eichhörnchen, aber auch die 2018 erneuerte Dauerausstellung zeige ihre Wirkung. Der deutlich stärkste Monat war mit über 5000 Eintritten der Oktober, mit Herbstferien und vielen Schulklassen-Führungen. Auch gegen Ende Jahr blieben die Zahlen gut, über die Festtage, besonders nach den Weihnachtstagen, zog es viele Leute ins Naturmuseum.

Kunsthaus Grenchen:
Eine Installation mit 380 Kerzen war für die künstlerische Leiterin Claudine Metzger das Highlight des letzten Jahres. Es war seit 20 Jahren die erste Einzelausstellung der bolivianisch-schweizerischen Künstlerin Carmen Perrin. Jeden Tag musste das Team des Kunsthauses Grenchen die 380 Kerzen ersetzen, was einen beträchtlichen Aufwand bedeutete. Die Besucherzahlen hätten sich 2019 im üblichen Rahmen zwischen 5000 und 6000 Personen bewegt, so Metzger. Seit letztem Dezember läuft im Kunsthaus die Ausstellung «Impression» zum Thema Druckgrafik, mit Werken von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Schweiz.

Haus der Museen Olten:
Vor einem Jahr standen bei den Oltner Museen erste Umzugsvorbereitungen an. Das neue Haus der Museen, welches heute das Archäologische Museum Kanton Solothurn, das Historische Museum Olten und das städtische Naturmuseum beherbergt, befand sich noch im Bau. «Neben den neuen Ausstellungen galt es einen komplett neuen Betrieb zu planen, mit neuer Infrastruktur und neuen Abläufen», sagt Museumsleiter Peter Flückiger. Rund zwei Wochen vor dem Eröffnungswochenende vom 23. November war das meiste bereit für die ersten Besucher. Die beiden Eröffnungstage zogen gegen 2000 Leute an, auch danach ging es erfreulich weiter. Bis Ende Jahr verzeichnete man insgesamt rund 3800 Eintritte, auch über die Feiertage seien die Ausstellungen gut besucht gewesen.

Altes Zeughaus Solothurn:
Das Museum Altes Zeughaus in Solothurn erreichte letztes Jahr deutlich höhere Besucherzahlen als in den Vorjahren, heisst es auf Anfrage. Genaue Zahlen gibt die Museumsleitung jedoch nicht bekannt. Grund für die Besucherströme sei die Sonderausstellung über P26, das geheime Schweizer Widerstandsprojekt im Kalten Krieg. „Da haben wir ein Thema aufgegriffen, das die Leute sehr interessiert“, erzählt Franziska Weber, Leiterin Administration und Anlässe im Museum. Die Ausstellung laufe bis heute sehr gut, auch über die Feiertage seien viele Besucher gekommen. Ende Jahr kam schliesslich ein weiteres Highlight für das Zeughaus-Team dazu: die Nomination für den europäischen Museumspreis 2020. „Das allein ist eine Auszeichnung“, so Weber. Das Alte Zeughaus ist eines von 60 nominierten Museen, acht davon aus der Schweiz.

Kunstmuseum Olten:
Für das Oltner Kunstmuseum startete das Jahr 2019 alles andere als erfreulich. Zwei Sommer-Ausstellungen mussten wegen der Budget-Blockade verschoben werden. Dazu musste man ein Notbudget zur Sicherung des Betriebes beantragen, wie es im Jahresbrief des Museums heisst. Die Besucherzahl mit rund 10'200 Eintritten kann sich aber dennoch sehen lassen. «Das Jahr 2019 wäre unter normalen Bedingungen zu einem Rekordjahr geworden und hätte den bisherigen Rekord von 2017 mit 11'813 Personen in den Schatten gestellt», schreibt Direktorin Dorothee Messmer auf Anfrage. Zu den Ausstellungshighlights des Jahres gehörten die Winterausstellung mit Werken der Schweizer Expressionisten Ignaz Epper und Otto Morach sowie die Ausstellung «Harry Benson. Seeing America» im Rahmen des zweiten internationalen Fotofestivals in Olten. Der schottische Reportage-Fotograf wurde mit Beatles-Porträts bekannt und ist der einzige Fotograf, der alle letzten zwölf US-Präsidenten fotografiert hat.

Kunstmuseum Solothurn:
Wegen einer Teilrenovation des Gebäudes war die Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn von Januar bis Anfang Mai geschlossen. Trotzdem war 2019 ein sehr erfreuliches Jahr, heisst es auf Anfrage dieser Zeitung. Rund 18500 Besucher wurden registriert, das entspricht fast der Besucherzahl im ganzen Jahr 2017. 2018 lockte unter anderem die Cuno Amiet Ausstellung 24 000 Besucher an. «Hätten wir das ganze Jahr geöffnet gehabt, wäre 2019 wohl ein ähnlicher Wert wie im Jahr zuvor drin gelegen», so Robin Byland, wissenschaftlicher Assistent im Kunstmuseum. Besonders gut beim Publikum angekommen seien die szenischen Führungen mit Schauspielerin Margrit Maria Bauer, die die Kunstwerke als Sammlerin Gertrud Dübi-Müller vorstellte.

Museum für Musikautomaten:
Das Museum für Musikautomaten in Seewen wurde dieses Jahr 40 Jahre alt. Die Jubiläumsausstellung läuft nun noch bis Ende Februar, aktuell mit dem Thema Bahnhofsautomaten. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Jahr 2019», sagt Direktor Christoph Hänggi auf Anfrage. Rund 28700 Besucher kamen ins Museum, zehn Prozent mehr als in den Vorjahren. Das Jubiläumsjahr hat man auch für einige Anpassungen genutzt: Neu gilt im Museum ein Konzept der offenen Türen, das heisst, dass alle Räume auch vor und nach den Führungen für die Besucher zugänglich sind. Dazu ergänzen neu I-pads einen Teil der Ausstellung. «Die Vorführung der Automaten soll aber weiterhin das Highlight des Museumsbesuchs bleiben», unterstreicht Christoph Hänggi.

Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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