Theaterprojekt

1918.ch schliesst mit Defizit – Lotteriefonds hilft mit über 300'000 Franken

Das Theaterprojekt 1918.ch war ein riesen Erfolg. Die Kosten von über 2 Millionen Franken konnten aber nicht gedeckt werden.

Das Theaterprojekt 1918.ch war ein riesen Erfolg. Die Kosten von über 2 Millionen Franken konnten aber nicht gedeckt werden.

Das Theaterprojekt «1918.CH – 100 Jahre Landesstreik» war ein grosser Publikumserfolg mit 27 vollständig ausverkauften Vorstellungen und 13'500 Zuschauern. Trotzdem bleibt am Ende ein Defizit, welches der Kanton nun mit einem Beitrag aus dem Lotteriefonds deckt.

Dieses Theater hatte zu reden gegeben, noch bevor es richtig geplant war. Als 2015 bekannt wurde, dass der Kanton Solothurn mit 500'000 Franken ein Theater-Grossprojekt zum 100-Jahr-Jubiläum des Landesstreiks in Olten anstossen will, gab es Kritik. Ist es Aufgabe des Kantons, ein solches Theater aufzugleisen? Soll der Kanton Einfluss nehmen, wie sich die Schweiz an ein zentrales Ereignis ihrer Geschichte erinnert? Und ziemt es sich, dass sich die Regierungsräte Remo Ankli und Esther Gassler an vorderster Front für ein solches Projekt einsetzen? Diese Fragen wurden 2016 im Kantonsrat diskutiert.

Die inhaltlich kritischen Stimmen verstummten dann, als Regisseurin Liliana Heimberg Details zur Umsetzung ihres Projektes vorlegte. Und das Theater erwies sich diesen Sommer als Erfolg. Zumindest besuchermässig: Die 27 Vorstellungen waren ausverkauft. Mehr als 13'500 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen aus der ganzen Schweiz nach Olten.

Finanziell jedoch blieb der Erfolg aus: Am Montag hat der Regierungsrat beschlossen, nochmals 330'000 bis 380'000 Franken aus dem Lotteriefonds an das Projekt beizusteuern. Von den 2,4 Mio. Franken Gesamtkosten werden nun rund 830'000 aus dem Lotteriefonds finanziert.

Das könnte nochmals für politische Diskussionen sorgen. Denn schon 2016 war ein Hauptpunkt der Kritik die Frage, ob überhaupt genug Sponsoren gefunden werden oder ob noch mehr von den 2,4 Mio. am Kanton hängen bleiben. «Es besteht keine Absicht, das Projekt mit Mitteln aus dem Lotteriefonds auszufinanzieren», hiess es damals vonseiten der Regierung. Bildungsdirektor Ankli sagte im Kantonsrat, der Projektzuschuss sei «gedeckelt».

Jetzt allerdings muss der Kanton trotzdem nochmals Geld einschiessen. Remo Ankli betont auf Anfrage: Mit einem Drittel des Projektbudgets (880'000 von 2,4 Mio Franken) bewege man sich in einem «nicht völlig einmaligen Rahmen» bei den Lotteriefondsgeldern. Dass seine frühere Regierungsratskollegin Esther Gassler das Patronatskomitee des Jubiläumstheaters präsidiere, habe auch keine Rolle gespielt, sich nochmals zu beteiligen. «Auch andere Projekte erhalten jährlich mehrere 100'000 Franken», so Ankli. Es sei ein für den Kanton «einmaliges und erfolgreiches Projekt» gewesen. Aufgrund der Ereignisse von 1918 sei Olten genau der richtige Spielort für ein Landesstreik-Projekt gewesen. Deshalb habe sich die Regierung auch engagiert.

Offenbar konnte das Projekt nicht genügend Sponsoren aus der Wirtschaft finden. Andererseits hatte es in der Spielhalle, der alten SBB-Hauptwerkstätte, nur 500 Plätze statt wie geplant 800 gehabt. Die Halle habe man auf den letzten Drücker erhalten, so Ankli. «Dafür war der Ort sehr passend und einmalig.»

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