Dabei ist ihre Produktion so unspektakulär wie ungewöhnlich angelegt. Die quirlige und zärtliche Garlic (Céline Rey) und der melancholische Dangle (David Melendy) hängen in ihren Mänteln und warten auf die Reinkarnation. Zeit genug, das Publikum mit ausgefeilter Mimik und Gestik voll poetischer Momente zu unterhalten, schliesslich haben sich die beiden ja an der Dimitri-Schule kennen gelernt. Ihr Programm mischt denn auch gekonnt clowneske mit theatralischen Elementen. Das Ganze hat oft etwas Absurdes, erinnert natürlich an Beckets «Warten auf Godot», nur dass es mit weniger Längen, dafür mit viel Verve daherkommt.

Da eine Stimme aus dem Off die beiden Protagonisten immer wieder auf einen späteren Zeitpunkt ihrer Wiedergeburt vertröstet, nützen sie den Schwebezustand, um zu träumen, zu hoffen, zu bangen, sich philosophierend mit den verzwicktesten Fragen der Menschheit auseinanderzusetzen. Sie sammelt unerfüllbare Wünsche, er versucht sich verzweifelt in der Dichtkunst. Sehr stark sind die Momente, wenn Garlics ausufernder Redeschwall auf Dangles abgeklärten Realismus prallt. So möchte sie zum Beispiel als Diktatorin, die Toleranz und Teilen verordnet, wiedergeboren werden; worauf er sie in bester Advocatus- Diaboli-Manier darauf hinweist, dass dies zur Revolution führen würde.

Die Künstler sparen neben der ausgefeilten Körpersprache auch nicht mit verbalen Perlen. So vergeht die Zeit im Fluge, bis Garlic und Dangle endlich aus dem Buch der Reinkarnation ihre weitere Bestimmung aussuchen sollen. Allein, die Auswahl ist riesig: Mensch oder Tier, Baum oder Stein, Raupe oder Schmetterling. Weiss denn der Schmetterling noch, dass er eine Raupe gewesen ist? Der Zeitdruck wächst. Und doch finden die beiden einen Weg, ihre nächste (letzte?) Station gemeinsam angehen zu können.

Les Diptik: Ein theatralisch-clowneskes Duo, das in der Szene noch einige Glanzlichter setzen dürfte.