Grenchen

Stadt will das Gewerbe mit konkreten Massnahmen unterstützen

Leerer Märetplatz

Der Märetplatz soll laut Scheidegger mit einem Festzelt den Sommer über attraktiviert werden.

Leerer Märetplatz

Mit fünf konkreten Massnahmen will die Stadt die Corona-Auswirkungen beim Gewerbe etwas abfedern und lässt sich das 50'000 Franken kosten.

Der Grenchner Sommer droht trist zu werden. Der Lockdown hat das Gewerbe schwer getroffen und praktisch alle Veranstaltungen wurden abgesagt, die restlichen sind in der Schwebe. Der auch so schon nicht sonderlich «lebendige» Marktplatz droht zur einsamen, leeren Meile zu werden, auf der nichts passiert den ganzen Sommer lang.

Jetzt hat die Stadt – noch bevor das Geschäft zur Belebung des Marktplatzes im Gemeinderat konkret wird (vergleiche gestrige Ausgabe, Postulat Meier-Moreno) eine Medienmitteilung in Aussicht gestellt, in der sie darlegt, wie sie das Grenchner Gewerbe in Zusammenarbeit mit dem Grenchner Gewerbeverband GVG unterstützen will.

Idee: Ein offenes Zelt auf dem Marktplatz

Stadtpräsident François Scheidegger liess schon anlässlich der letzten Gemeinderatssitzung durchblicken, dass er sich Gedanken gemacht habe, wie der Marktplatz in diesem Sommer «bespielt» werden soll. Ihm schwebe ein offenes Festzelt vor, wie es in den vergangenen Jahren jeweils beim «Rock am Märetplatz» aufgestellt wurde. Diese Fläche könne man beispielsweise den Vereinen für kleinere Anlässe zur Verfügung stellen. Auch die 1.August-Feier der Stadt – infolge der wahrscheinlich auch dann noch nötigen Abstandsregeln, ist eine Durchführung auf der Terrasse des Restaurants Parktheater fraglich – könnte in dem Zelt durchgeführt werden.

Bereits Mitte Mai hatte der Gemeinderat bei der Stadtverwaltung konkrete Massnahmen in Auftrag gegeben. Die Gemeinderatskommission hat nun an ihrer letzten Sitzung ein Programm gutgeheissen, das von der Stadt und dem GVG in mehreren Besprechungen gemeinsam entwickelt wurde. Die Stadt beteiligt sich an den Kosten mit insgesamt 50000 Franken.

Solidaritätsgutscheine für Grenchner Gewerbe

Erste Massnahme ist der Verkauf von sogenannten «Solidaritätsgutscheinen»: Die Bevölkerung kann beim GVG Gutscheine für das Grenchner Gewerbe beziehen und bezahlt nur 90 Prozent des Betrages, die restlichen 10 Prozent berappt die Stadt. Der Gewerbebetrieb im Gegenzug erhält 100 Prozent der eingelösten Gutschrift. An diese Massnahme steuert die Stadt 20000 Franken bei. Der Clou daran: Diese Gutscheine können nur bei GVG-Mitgliedern eingelöst werden. Damit aber alle Grenchner Geschäfte profitieren können, also auch Nicht-Mitglieder, können sie sich ohne weitere Verpflichtung zeitlich befristet für eine kostenlose Probe-Mitgliedschaft beim GVG anmelden.

Weiter will die Stadt 10000 Franken an eine Marketingkampagne des GVG beisteuern und sie finanziert mit 10000 Franken eine App, die als Werbeplattform dienen soll.

Die Stadt beteiligt sich mit weiteren 10000 Franken an einem Solidaritäts-Anlass des GVG unter dem Titel «Use stuehle», der Ende August oder Anfang September durchgeführt wird. Dieser Anlass soll allen Grenchner Gastro- und Detailhandelsbetrieben die Möglichkeit bieten, den öffentlichen Platz zu bestuhlen und ihre Spezialitäten anzubieten. Insbesondere Gastro-Betriebe aus der Peripherie sind dazu aufgerufen, ins Stadtzentrum zu kommen. Ein künstlerisches Programm mit Strassenmusikern, Strassen-Schauspieltruppen, Zauberern soll die Sache abrunden.

Und als letzte Massnahme verzichtet die Stadt auf die Gebühren für die Nutzung des öffentlichen Raums und bewilligt grosszügig Aussenflächen.

Dieses Programm biete einen ausgewogenen Mix von «analogen und digitalen» Massnahmen und ergänze die Unterstützungsangebote von Bund und Kanton, ist man überzeugt.

Meistgesehen

Artboard 1