Badi Grenchen
Schon um 5 Uhr geöffnet: Als die Grenchner noch früh für den Badespass aufstanden

Anlässlich der Behandlung eines Vorstosses zu den Grenchner Badi-Öffnungszeiten im Gemeinderat war zu erfahren, dass die erste Badi in in Grenchen schon um 5 Uhr morgens öffnete.

Andreas Toggweiler
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Die Badi Grenchen öffnet jeweils um 8.30 Uhr

Die Badi Grenchen öffnet jeweils um 8.30 Uhr

Nachdem die Grenchner Baudirektion eine Motion von Gemeinderat Alex Kaufmann (SP)zu Ausdehnung der Badi-Öffnungszeiten abschlägig beantwortet hatte, gab der SP Fraktionschef anlässlich der Behandlung seiner Motion im Gemeinderat bekannt, dass er diese zurückziehe und als Postulat neu einreiche. Inhaltlich mit derselben Absicht und dem Wunsch, Kosten für verschiedene Szenarios aufzuzeigen.

Seine Ausführungen würzte Kaufmann dabei mit Betrachtungen aus dem Geschichtsbuch zur ersten Badeanstalt in Grenchen, die um 1871 im Brühl gebaut und aus dem Wasser des Witibaches gespiesen wurde. Die Kosten betrugen damals 2873 Franken.

«Die Öffnungszeiten des Bades waren recht grosszügig berechnet oder aber die Grenchnerinnen und Grenchner trieben leidenschaftlich gern Frühsport», erklärte Kaufmann. «Um 5 Uhr morgens wurde das Bad geöffnet und um 21 Uhr am Abend geschlossen.»

Der Eintritt kostete 10 Rappen, das Saisonabo 2 Franken. Sonntags war nur 9-12 Uhr offen und Schüler hatten dann keinen Zutritt. «Ein vom Gemeinderat bestimmter Aufseher überwachte den Badebetrieb. Sein Lohn wurde aber erst nach der Saison vom Gemeinderat festgelegt. 1892 wurde der Badibetrieb im Brühl eingestellt.»

SWG wird zur Kasse gebeten

SWG-Finanzchef Thomas Ille orientierte den Rat über die Auswirkungen der Teilrevision des Kantonalen Steuergesetzes auf die SWG. Er schätzt die Höhe der neuen Steuerabgaben an Kanton und Gemeinde auf gut 140'000 Fr. Betroffen werde vor allem das Gasgeschäft und der Windpark sein. Über weitere Rahmenbedingungen sei überdies nichts bekannt. Es sei offen, ob man sich mit dem Kanton auf ein Steuerruling einigen könne, oder ob die Richter das letzte Wort haben.

Bemerkenswert sei, dass die Regelung ohne Vernehmlassung und ohne Ausführungsverordnung bereits ab 1. Januar 2021 eingeführt werde, ergänzte Stadtpräsident François Scheidegger. Und: «Ich bin gespannt, ob künftig auch die Kebag als Energielieferantin steuerpflichtig sein wird», meinte er zudem. Kantonsräte im Rat betonten demgegenüber, die neue Regelung sorge für Steuergerechtigkeit gegenüber der Privatwirtschaft.