Lengnau

Neuer Lebensraum für Natur und Dorf: Die Renaturierung der Bäche ist abgeschlossen

Der Biologe Felix Leiser faszinierte an der Begehung mit seinen Erläuterungen zum Projekt. In der Mitte Gemeindepräsidentin Sandra Huber.

Der Biologe Felix Leiser faszinierte an der Begehung mit seinen Erläuterungen zum Projekt. In der Mitte Gemeindepräsidentin Sandra Huber.

Der Ausbau und die Renaturierung von Moosbach und Dorfbach Lengnau-Leugene sind weitgehend fertig. Die Bauwerke wurden anlässlich einer Begehung eingeweiht.

Ein Stängel des Blutweiderichs, den Zweig einer Esche, ein Hundesäckli. Drei Symbole hat der Projektverantwortliche der Burgergemeinde Lengnau, Jonas Walther, für die Einweihung
und Begehung des beinahe abgeschlossenen Projektes Hochwasserschutz und Revitalisierung in einem mitgebracht.

Den Blutweiderich als Nektarspender, den Eschenzweig als Zeichen, dass der Biber schon einen Baum umgesägt hat und dass der Hochwasserschutz für die Industriezone wichtig ist. Das Hundesäckli dafür, dass die Wege bereits von vielen Spaziergängern extrem genutzt werden.

90 Prozent zahlen Bund und Kanton

Hochwasserschutzmassnahmen und Renaturierung waren in der Überbauungsordnung CSL für die Industrie und die Burgergemeinde am Moosbach gefordert. Nicht mehr zeitgemäss war der Ladenboden des Dorfbaches Lengnau-Leugene der Einwohnergemeinde.

So kam es zum gemeinsamen Wasserbauprojekt, das zu 90% durch Bund und Kanton getragen und somit durch die vielen Schnittstellen fremdbestimmt war.

Entstanden ist ein neuer Lebensraum für die Natur und das Dorf. Die Gewässerräume sind nach den neusten ökologischen Kenntnissen gestaltet und vernetzt, der Durchlass Moosbach und Lengnau-Leugene eingebaut. Der Hochwasserschutz für die Industrie- und Freizeitzone bei Rückstau von Aare-Hochwasser sollte damit gewährleistet sein.

«Es wurde Lebensraum für Amphibien und für gefährdete Arten geschaffen», sagt Felix Leiser vom Büro Alnus, Ins. Der Biologe fordert nun zum «Häreluege» und Beobachten auf. Einerseits um sich am neuen Leben zu erfreuen, anderseits um Neophyten frühzeitig auszureissen. Eine Herausforderung an die Pflege des renaturierten Gebietes, wenn am anstossenden SBB-Damm der Japanknöterich wuchert.

Rutenbündel wurden als Abwehr von Böschungseinbrüchen und zum Unterschlupf für Fische und Amphibien eingebaut.

Rutenbündel wurden als Abwehr von Böschungseinbrüchen und zum Unterschlupf für Fische und Amphibien eingebaut.

Huber: «Gespannt, was der Biber macht»

«Ich bin gespannt, was der Biber für Anpassungen im Gebiet vornimmt» sagte Gemeindepräsidentin Sandra Huber. Burgerpräsident Martin Wolf spinnt die Pläne weiter: «Nun fehlt noch eine Verbindung zum Wurzelweg.» Gut Ding will Weile haben. Die ersten Sitzungen für das eingeweihte Projekt fanden im Mai 2015 statt.

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