Das Jugendprojekt «Midnight Grenchen» steht in seiner 10. Saison und hat seine Anziehungskraft auf die Zielpersonen behalten können. 

Finanziert wird «Midnight» vor allem durch die Stadt und den Kanton, die Projektkoordination liegt beim Lindenhaus. Vorstandsmitglied Corinne Maier legt die Strategie fest, gibt die Gelder frei. Die Organisation der Abende obliegt der Leitung um Sarah Schwab und Roger Beyeler, denen weitestgehend freie Hand gewährt wird. Bereits seit 2011 trägt Sarah Schwab die Mitverantwortung. Sie habe sich damals auf eine Ausschreibung der Initianten von «IdéeSport» gemeldet und sei auch dabeigeblieben, als 2013 das Lindenhaus übernommen hat. «Nach einer kleinen Krise 2012 haben wir die Werbung intensiviert. Seitdem sind die Besucherzahlen angestiegen und nun bei konstanten 30-40 Personen pro Abend angelangt», erklärt die gelernte KV-Frau, Mutter von drei Kindern. Es sind auch schon gegen achtzig Personen erschienen; besonders viele Teilnehmende zählt man jeweils, wenn ein Schulsport-Anlass oder ein anderer sportlicher Wettkampf ansteht. Dafür verzeichnet man naturgemäss während der Ferien einen Rückgang der Besucherzahlen – wie aktuell gerade.

Sinnvolle Abendgestaltung

«Unser Ziel ist es, dass Jugendliche sorgenfrei und sinnvoll den Abend verbringen können, sich mit Freunden treffen, Sport treiben und nicht auf der Strasse herumhängen», erklärt Sarah Schwab. Die Betreuung wird dabei durch ein gut funktionierendes Team von 13 Personen sichergestellt. Neben der Projektleitung sind auch Seniorencoaches (18-25 Jahre) und Juniorencoaches (13-17 Jahre) involviert. Sie lernen dabei, Verantwortung zu übernehmen. Daneben winkt ihnen auch ein Arbeitszeugnis und ein bescheidener Entgelt. Bei unserem Besuch am Samstagabend versieht Shendrit Alju (20) den Dienst als Seniorcoach. Der angehende Polymech (4. Lehrjahr) sieht seine Arbeit auch als Investition in die Zukunft: «Ich trage Verantwortung, lerne auch in heiklen Situationen richtig zu handeln», erklärt er sein Engagement. Schwierige Momente gebe es aber nur selten. Eine Einschätzung, die auch Juniorcoach Samuele Marruso teilt: «Ich muss eigentlich nicht viel eingreifen. Mir gefällt es einfach, Teil eines tollen Teams zu sein und den Abend sinnvoll gestalten zu können.»

Sarah Schwab bestätigt, dass es kaum zu Problemen kommt. Ausnahmsweise habe man dem einen oder andern Teilnehmer eine Auszeit verordnen müssen. Die Polizei sei auch schon angefordert worden, allerdings weil sich Midnight-Besucher auf dem Heimweg von erwachsenen Personen bedroht gefühlt hätten. Das Angebot ist und bleibt also eine Erfolgsgeschichte. Die Projektleiterin freut sich insbesondere, dass der Anteil an Mädchen kontinuierlich gesteigert werden konnte.

Als Herausforderung bezeichnet sie die Wechsel, die durch die Altersbeschränkung gegeben sind: «Es ist aber auch spannend, auf diese einzugehen. Es gilt, immer wieder neue Charaktere zu verstehen.»

Die Jungs sind Stammgäste

In der Halle betätigen sich an diesem Abend unter anderen Vullnet, Kushtrim, Fllad, Baran, Nico und Almir, Stammgäste seit einiger Zeit. Es mache einfach Spass, sich mit Kollegen sportlich zu betätigen, zu schwatzen und Musik zu hören. So üben sie sich denn am Töggelikasten, malträtieren mit den Boxhandschuhen den Punchingball, absolvieren ein paar Sparringrunden, testen ihre Geschicklichkeit beim Trampolinspringen oder fordern sich in diversen Ballsportarten. Sarah Schwab gibt schliesslich zu Protokoll, dass man die gewährte Freiheit geniesse: «Aber selbstverständlich stehen wir im regelmässigen Austausch mit dem Lindenhaus. Dazu wird zu jedem Abend ein Bericht verfasst, der an die involvierten Stellen geht (Jugendkommission, Polizei, Stadtverwaltung, IdéeSport, Lindenhaus und weitere Interessierte).»