200 Kilo verkauft
Wie der Pilzverein Lengnau die Ernte von zwei Pilzsaisons unter die Leute gebracht hat

200 Kilo Pilze hat der Pilzverein Lengnau anlässlich seines traditionellen «Pilzvertriebs» an die Liebhaberinnen und Liebhaber der Region verkauft. Auch wenn alles etwas anders funktionierte als sonst.

Margrit Renfer
Drucken
Fassstrasse für Pilzragout in der Lengnauer Zivilschutzanlage.

Fassstrasse für Pilzragout in der Lengnauer Zivilschutzanlage.

Margrit Renfer

Letztes Jahr war der beliebte Pilzvertrieb der Mitglieder des Lengnauer Pilzvereins nicht möglich. So war es denn nicht verwunderlich, dass die vielen Pilzliebhaber dieses Jahr bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Verkaufsbeginn vor der Lengnauer Zivilschutzanlage mit dem passenden Geschirr für den Vertrieb anstanden. Dabei fielen grosse oder sogar mehrere Töpfe pro Person auf und dass das Angebot auch im angrenzenden solothurnischen gemäss den Autokennzeichen beliebt sein muss.

«Es het solangs het» war angekündet, also galt es sich zu sputen. Es sei schön, dass der Pilzvertrieb wieder stattfinde, sagten alle. Pilze wurden eingefroren. Erhard Schlup, Präsident des Pilzvereins, ist froh, dass der Pilzverkauf dieses Jahr wieder möglich war. «Wir haben nach einer Lösung gesucht und gefunden. Wegen des abgesagten Vertriebes vor einem Jahr lagerten doch noch Pilze des Vorjahres in der Tiefkühltruhe. Wir realisierten schnell, dass der Verkauf nur über die Gasse und nicht mit Festbetrieb möglich ist.»

Ein Sicherheitsdispositiv mit Maskenpflicht und Einbahnstrasse für den Verkauf wurde erstellt. Die Zivilschutzanlage erwies sich mit den zwei Kochkesseln als idealer Ort. Und so begannen die Mitglieder des Pilzvereins bereits Anfang der letzten Woche mit dem Auftauen der 200 Kilo selber gesammelten, gerüsteten und tiefgefrorenen Pilze.

Rolf Bisang rührt und Bruno Filisetti gibt die Pilze bei.

Rolf Bisang rührt und Bruno Filisetti gibt die Pilze bei.

Margrit Renfer

Das Auftauen müsse sehr langsam im Eiswasser mit täglichem Auseinandernehmen geschehen, erklären die versierten Pilzköche. Die Pilzkontrolleure Rolf Bisang und Rolf Keller und Hobbykoch Bruno Filisetti. Bei der Menge der zweihundert Kilo natürlich mit den Helfern aus dem Verein. Rühren ist angesagt, damit es keine Knollen gibt. Der saure Most, die vielfältige Pilzmischung und was noch so dazugehöre, ergebe den unvergleichlichen Geschmack, ist zu vernehmen.

Die Pilzsauce schmeckte und war bald verkauft. Wer wollte, konnte die Pastetli dazukaufen und dann zu Hause gemütlich ein schnelles Mittagessen geniessen und Skirennen schauen. Die Mitglieder des Pilzvereins Lengnau hoffen nach dem eher schlechten Pilzjahr 2021 auf ein gutes 2022. Auf dass es im nächsten Jahr wieder heisst: Pilzvertrieb, geeignetes Geschirr mitbringen.

Aktuelle Nachrichten