Schlüsselübergabe

Kantonspolizei hat jetzt einen neuen Posten am Grenchner Marktplatz

Im Beisein von Landammann Roland Fürst fand am Montagabend die offizielle Schlüsselübergabe des neuen kantonalen Verwaltungsgebäudes am Marktplatz Grenchen statt.

Hier sind die die Kantonspolizei und die Amtsschreiberei Grenchen-Bettlach (Betreibungs-, Grundbuch- und Erbschaftsamt) untergebracht. Die Amtsstellen sind zwar am neuen Ort bereits seit Mitte Februar operativ, am Montag war aber die Zeit der Dankesworte, der Ansprachen und der Besichtigung für geladene Gäste. Bau- und Justizdirektor Roland Fürst sagte, er sei froh, dass der Kanton in Grenchen jetzt ein eigenes Verwaltungsgebäude habe, das erst noch ganz im Zentrum der Stadt stehe. Für Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli ist es ein «Meilenstein für die Umsetzung der kantonalen Immobilienstrategie - Eigentum vor Miete», wie er sagte.

Langjährige Mietverhältnisse

Eine Amtsschreiberei ist in Grenchen seit 1912 ansässig, ein Kantonspolizeiposten seit 1935. Insbesondere die Kantonspolizei ist nicht weniger als 63 Jahre lang in der (umgebauten) Wohnliegenschaft an der Solothurnstrasse eingemietet gewesen, die Amtsschreiberei zuletzt 35 Jahre lang im Forum-Bürogebäude an der Dammstrasse.

Beide sind sie jetzt ins ehemalige SWG-Gebäude umgezogen, das 1939 als Mehrfamilienhaus gebaut wurde und das seit 1997 die Büros der SWG bis zu ihrem Umzug ins neue Gebäude im Brühl beherbergte. Das Gebäude bietet auf vier Etagen (inkl. UG) 20 Arbeitsplätze für Kantonspolizisten samt Posteninfrastruktur wie Schalter, Zellen, Sitzungs- und Einvernahmeräume, Büros, Garderoben und einer Tiefgarage für die Einsatzfahrzeuge. Die Amtsschreiberei belegt die Stockwerke 4 und 5, während das dritte Stockwerk im Rohbau belassen wird, für weitere Amtsstellen oder Mieter. «Möglich, dass es einmal eine weitere Institution ist, deren Namen auf ‹ei› endet», meinte Fürst für Eingeweihte.

Gemeint ist die Stadtpolizei Grenchen, die aber weiterhin in ihrem Betriebsgebäude an der Simplonstrasse bleiben will. Stadtpräsident François Scheidegger legte in seiner Ansprache die Gründe für den Alleingang Grenchens hinsichtlich Polizei dar. Es wurden zwar Pläne geschmiedet für einen gemeinsamen Posten für Kantons- und Stadtpolizei an diesem neuen Ort. «Der Betrieb eines gemeinsamen, bürgerfreundlichen Schalters, wurde sogar einmal vertraglich vereinbart», rief Scheidegger in Erinnerung.

Stadt möchte auch nicht Mieter sein

Nur stellte sich bald die Frage, ob beide Korps zusammen unter einem Dach genug Platz hätten, was insbesondere von der Stadtpolizei bestritten wurde. Zudem hätte die Stadtpolizei dafür aus einer Liegenschaft ausziehen müssen, die der Stadt gehört und Mieter werden müssen beim Kanton. Auch die Stadt Grenchen verfolgt nämlich die Strategie, ihre Amtsstellen und Dienste vermehrt in eigenen Gebäuden unterzubringen und damit Mietkosten einzusparen. Dennoch zeigte sich Scheidegger dankbar, dass der Kanton in Grenchen investiere, nachdem er hier während Jahren abgebaut habe (Spital, Zivilstandsamt etc.). Weitere Investitionen des Kantons seien willkommen.

So oder so: Nachdem der Kauf und Umzug der Amtsschreiberei schon beschlossen war, kam der Umzug des Polizeipostens dazu. Im November 2017 sprach der Kantonsrat einen Kredit in der Höhe von 4,9 Mio. Fr. für Kauf und Umbau der Liegenschaft Marktplatz 22. Die Bauarbeiten, welche auch Asbestsanierungen und Investitionen in die Erdbebensicherheit umfassten, dauerten sieben Monate. Am 27. April findet bei der Polizei ein Tag der offenen Tür für die Bevölkerung statt.

Meistgesehen

Artboard 1