Neu aufgestellt

Internationale Musikwoche Grenchen 2020 ist gesichert

Aldo Bigolin, Präsident Verein Kuratorium Internationale Musikwoche Grenchen, und der neue künstlerische Leiter, Felix Heri.

Aldo Bigolin, Präsident Verein Kuratorium Internationale Musikwoche Grenchen, und der neue künstlerische Leiter, Felix Heri.

Die Durchführung der Internationalen Musikwoche Grenchen mit Solistenwettbewerb, Musikpreis und Galakonzert ist für 2020 gesichert. Der Termin steht auch schon: Vom 25. April bis 3. Mai 2020.

Nach 13 Jahren Pause fand im April 2018 erstmals wieder die Internationale Musikwoche Grenchen statt. Partnerorganisation, verantwortlich für Durchführung, Organisation und Jury war die Firma Obrasso Classic Events, die ein Jahr später bekannt gab, den Vertrag nicht mehr zu verlängern. Aldo Bigolin, Präsident des Vereins Kuratorium IMG, stand vor einem mittelgrossen Scherbenhaufen, die Durchführung der Musikwoche, die nach der Wiederaufnahme alle zwei Jahre hätte stattfinden sollen, war alles andere als sicher. «Ich machte mich umgehend auf die Suche nach einem Ersatz, sprich einer Organisation oder Agentur, der in die Bresche hätte springen können. Doch ich musste feststellen, Obrasso durch eine andere Organisation ersetzen zu wollen, das war der falsche Weg.»

Bigolin entschloss sich zu einem Kurswechsel. «Mir war klar, dass ich den Anlass in erster Linie in Grenchen verankern muss. Und aus diesem Grund beschloss ich, auch die Stadtmusik Grenchen mehr einzubinden.» Es wurde eine neue Geschäftsleitung ins Leben gerufen, in der Mitglieder der Stadtmusik Einsitz nehmen: Fabrizio Lavieri als Kassier, Veronika Scheidegger übernimmt das Sekretariat. Mitglieder der Stadtmusik werden bei der Durchführung in verschiedensten Bereichen eingesetzt, sei es bei der Bereitstellung der Örtlichkeiten, beim Bühnenaufbau oder der Eingangskontrolle.

Neuer künstlerischer Leiter auf Umwegen gefunden

Fehlte noch der künstlerische Leiter: Über einen ehemaligen Dirigenten der Stadtmusik, den jetzigen künstlerischen Leiter und Dirigenten der Thunersee Seespiele, Iwan Wassilevski, kam Bigolin auf den Komponisten und Dirigenten Urs Heri, der u.a. 2015 mit dem Stephan Jaeggi-Preis, dem höchsten Preis im Bereich Blasmusik der Schweiz ausgezeichnet wurde. Heri selber könne sich nicht stark engagieren, sagt Bigolin, doch er wolle mithelfen. Aber Bigolin wurde durch diese Begegnung auf jemand anderen aufmerksam, nämlich dessen Sohn Felix Heri. Der 33-Jährige ist ebenfalls Musiker und Dirigent, studierte an der Uni Basel Kulturmanagement und dirigierte diverse Orchester in der Region, wie zum Beispiel die Musikgesellschaften Flumenthal und Luterbach.

Seit 6 Jahren ist er als Geschäftsführer des Sinfonieorchesters Basel Sinfonietta für deren Geschicke zuständig, organisiert Tourneen im In- und Ausland. Seit 2003 führt Heri ausserdem zusammen mit einem Partner eine eigene Produktionsfirma für Events in den Bereichen Musik und Sport. «Es hat einfach gepasst», resümiert Aldo Bigolin ein erstes Treffen mit dem jungen Profi. «Wir haben schnell eine gemeinsame Linie gefunden und Felix Heri konnte mit seinem neutralen Zugang zur Sache bereits neue Akzente setzen.» Der Verein wählte Heri anlässlich der letzten Vereinsversammlung schliesslich zum neuen künstlerischen Leiter. Mit seiner Produktionsagentur hl group KLG aus Deitingen und dem Team der IMG zeichnet Heri auch für die organisatorische Umsetzung des Festivals verantwortlich.

Das ist neu – das bleibt gleich

Das Datum steht inzwischen fest: Die nächste Internationale Musikwoche Grenchen findet vom 25. April bis 3. Mai 2020 statt. «Der Musikpreis an sich muss ein stärkeres Fundament innerhalb des Festivals bilden», so Heri. Man wolle sich so stärker auf den Ursprung der einzigartigen Veranstaltung besinnen. Die Internationale Musikwoche Grenchen basiert nach wie vor auf folgenden drei Grundpfeilern: dem Blasmusikwettbewerb «Musikpreis Grenchen», einem internationalen Solistenwettbewerb und einer Woche voller hochkarätiger Gala-Konzerte. Ebenfalls beibehalten wird der Kompositionsauftrag für ein Stück, das die Blasorchester der 1. Klasse und der Höchstklasse im Wettbewerb spielen werden – eine Uraufführung also.

Neu will man sich ganz auf das Parktheater konzentrieren. Es wird keine Konzerte mehr in der Eusebiuskirche oder einem anderen Veranstaltungsort geben. Neu ist auch das Branding, erklärt Heri: «Wir wollen die Dinge beim Namen nennen. Also heisst der Wettbewerb für Solisten ganz einfach ‹Internationaler Solistenwettbewerb Grenchen›. Im nächsten Frühling werden sich Posaunisten dem Urteil einer bereits bestehenden sechsköpfigen Jury, bestehend aus Solisten grosser europäischer Orchester, unterziehen. «2020 finden international keine Posaunenwettbewerbe statt, wir können da eine Lücke füllen.»

Die Galakonzerte – inklusive Finalkonzert vier an der Zahl – sollen das bläserische Schaffen abbilden, sagt der künstlerische Leiter. Das Finalkonzert im Solistenwettbewerb wird aber nach wie vor mit einem Sinfonieorchester stattfinden. Zwar stehe das Programm weitestgehend, so Bigolin, aber noch seien nicht alle Verträge unterschrieben. «Aus diesem Grund werden wir erst Anfang Oktober das definitive Programm und Details zu den Orchestern bekannt geben.»

Am 1. Oktober wird der Solistenwettbewerb ausgeschrieben, die Blasmusikorchester, die sich um den Musikpreis bemühen, stehen bereits fest.

Erfreulich sei zudem, dass in Sachen Finanzen die Schäfchen sozusagen im Trockenen sind: Der Kanton hat 100 000 Franken gesprochen, wovon 90 000 Franken als Projektbeitrag und 10 000 Franken als Defizitgarantie zu verstehen sind, die Stadt beteiligt sich mit 60 000 Franken Projektbeitrag und 60 000 Franken Defizitgarantie. Dazu hat die Regiobank ihr Engagement als Hauptsponsor bekräftigt, als neuer Hauptsponsor stösst die GAG dazu und mit einem dritten Sponsor sei man noch in den Verhandlungen, so Bigolin.

Meistgesehen

Artboard 1