Lengnau

In Lengnau wird es nochmals spannend

Der Lengnauer Gemeinderat ab 2020, von links, hinten: Peter Abrecht (FDP), Thomas Hübscher (SVP), Alexander Pfister (SP), Frank Huber (Junge SVP); vorne Marcel Frattini (FDP), Sandra Huber-Müller (SP) und  Daniel von Burg (SP).

Gemeinderatswahl 2019

Der Lengnauer Gemeinderat ab 2020, von links, hinten: Peter Abrecht (FDP), Thomas Hübscher (SVP), Alexander Pfister (SP), Frank Huber (Junge SVP); vorne Marcel Frattini (FDP), Sandra Huber-Müller (SP) und  Daniel von Burg (SP).

Zwei Männer und eine Frau bewerben sich in einer Kampfwahl um das Gemeindepräsidium. Allerdings sind die Fronten alles andere als klar, denn einer der Kandidaten sorgt für Wirbel und rote Köpfe im Dorf.

Am 17. November wird klar, wer die nächsten vier Jahre Lengnau präsidiert. Zur Wahl an besagtem Sonntag (gleichzeitig zweiter Wahlgang für die Ständeratswahlen) stellen sich mit Sandra Huber-Müller, Frank Huber und Peter Abrecht gleich drei Anwärter für das Gemeindepräsidium.

Mit knapp 45 Prozent Stimmbeteiligung haben sich die Lengnauerinnen und Lengnauer anlässlich der Gemeinderatswahl wesentlich aktiver als noch vier Jahre zuvor gezeigt (40,7 Prozent). Die Bürgerlichen haben mit vier von sieben Sitzen nach wie vor die Mehrheit. Die Sozialdemokraten sind künftig mit einer Dreierdelegation im Gemeinderat vertreten. Das beste Wahlresultat erzielte Sandra Huber-Müller mit 1093 Stimmen. Der bisherige SVP-Gemeinderat Eduard Gilomen kam auf 439 Stimmen, was für eine Wiederwahl nicht mehr ausreichte.

SP holte dritten Sitz auf Kosten der SVP

Überraschend war die hohe Stimmenzahl von Sandra Huber. Vor vier Jahren kam sie auf 509 Stimmen und erreichte die nötige Stimmenzahl zur Wahl nicht. Sie rückte aber für die bisherige und zurückgetretene Rebecca Balsiger-Maire nach, betreute das Departement Soziale Wohlfahrt und war zudem Vize-Gemeindepräsidentin. An den diesjährigen Wahlen erreichte sie mehr als das Doppelte der Stimmen als noch vor vier Jahren. Der bisherige SP-Gemeinderat Daniel von Burg kam auf 766 Stimmen. Die SP holte auf Kosten der SVP einen dritten Sitz – mit 493 Stimmen sicherte sich Alex Pfister den Einzug ins Gemeindeparlament.

Bürgerliche nicht auf gemeinsamer Liste

Die bürgerlichen Parteien traten mit zwei Listen an – zum einen mit der Listenverbindung FDP und SVP, zum andern wurden drei Kandidaten kurz vor Anmeldeschluss auf der neuen Liste ‹Junge SVP» eingegeben. Darunter war auch der bisherige Gemeinderat Frank Huber. Er erzielte vor vier Jahren mit 807 Stimmen das zweitbeste Resultat. Dieses Jahr reichten ihm 571 Stimmen für den Wiedereinzug in den Gemeinderat.

Für das beste Ergebnis der Zweierallianz FDP und SVP sorgte Peter Abrecht mit 705 Stimmen (2015: 781). An zweiter Stelle ist der neu gewählte Marcel Frattini mit 506 Stimmen. Der bisherige Gemeinderat Thomas Hübscher erzielte 484 Stimmen und ist nach dem Rücktritt von Max Wolf und der Nichtwahl von Eduard Gilomen noch der einzige SVP-Vertreter im Parlament.

Kampf um das Gemeindepräsidium

Neu für Lengnau ist eine Kampfwahl für das Gemeindepräsidium. Bisher war es Tradition, dass jeweils Präsident wird, wer die meisten Stimmen bei den Gemeindewahlen hatte. Die Parteien hatten sich immer auch darüber geeinigt und den Kandidaten in stiller Wahl bestätigt. Hinzu kommt, dass bisher das Gemeindepräsidium der Mehrheitspartei zugestanden wurde. Die Bürgerlichen haben nach wie vor die Mehrheit; Sandra Huber aber die beste Stimmenzahl. Sie stellt sich deshalb ebenso wie die beiden Bürgerlichen Peter Abrecht (FDP) und Frank Huber (Junge SVP) zur Wahl für das Gemeindepräsidium.

Zweiter Wahlgang nicht ausgeschlossen

Die Wahl findet am kommenden Wochenende zeitgleich mit dem zweiten Wahlgang für den Ständerat statt. Die Wahl eines Vize-Gemeindepräsidenten / einer Vize-Gemeindepräsidentin wird erst nach der Wahl des Gemeindepräsidenten / der Gemeindepräsidentin ein Thema sein. Da drei Kandidaten zur Wahl stehen, ist ein zweiter Wahlgang nicht ausgeschlossen.

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