Flughafen Grenchen

Im September findet das vierte internationale Treffen der Elektroflugzeuge statt — mit einigen Änderungen

Zum vierten Mal findet im September auf dem Flughafen Grenchen das internationale Treffen der Elektroflugzeuge statt. Die ehemalige Smartflyer Challenge hat mit Electrifly-In einen neuen Namen und mit Olympiasiegerin Dominique Gisin eine sympathische Botschafterin.

Es war eine Premiere der besonderen Art: Frau Landammann Brigit Wyss flog am letztjährigen Treffen der Elektroflugzeuge in einem tschechischen Motorsegler mit dem alternativen E-Antrieb. Sie dürfte die erste hohe Politikerin der Schweiz gewesen sein, die einen Flug ohne direkten Ausstoss von Kohlendioxid unternommen hat. Bereits drei Mal wurde die Smartflyer Challenge ausgetragen. Der Anlass hat sich in dieser Zeit europaweit exklusiv etabliert und die Stadt Grenchen und ihren Flughafen auf die Landkarte der internationalen Elektroflug-Szene gebracht.

Neuer Name und neuer Internetauftritt

Die vierte Durchführung bringt einige Änderungen. Zuerst einmal gibt es einen neuen Namen: Von Smartflyer Challenge wechselt es zu Electrifly-In. Der Smartflyer ist das Projekt eines elektrisch-hybriden vierplätzigen Reiseflugzeugs, das in Grenchen entwickelt wird und in dessen personellem Umfeld der Anlass entstanden ist. «Wir wollen mit dem neuen Namen das Flugzeugprojekt besser vom eigentlichen Anlass trennen», gibt Sandra Dubach zu verstehen. Die Bernerin ist Präsidentin des Electrifly-In und seit letztem Jahr an der Spitze des Organisationsteams. Zudem gebe die neue Bezeichnung direkt Auskunft über die Art des Anlasses und sei über die Sprachgrenzen hinweg verständlich.

Die Umbenennung habe einiges an Aufwand mit sich gebracht, vor allem bei der Überarbeitung des Internetauftritts, aber das werde sich auszahlen, zeigt sich Sandra Dubach überzeugt.

Mit Dominique Gisin, Abfahrtsolympiasiegerin von Sochi 2014 und Pilotin, hat das Electrifly-In 2020 eine sympathische Botschafterin erhalten. «Das Electrifly-In ist ein zukunftsorientierter Anlass, der technische Innovationen in der Aviatik gezielt fördert. Mit diesen wird versucht, die Energie- und Emissionsprobleme der Gegenwart zu lösen», sagt sie auf Anfrage zu ihrer Motivation, warum sie in Grenchen als Ambassadeurin wirke. Als Pilotin und technikaffine Person spreche das ihr direkt aus dem Herzen.

Deshalb sei es für sie eine grosse Freude und Ehre, für den Anlass als Botschafterin aufzutreten. Die ETH-Studentin ist seit der Jugend auch begeistert von der Luftfahrt, hat die Fliegerische Vorschulung des Bundes absolviert und ist seit letztem Jahr im Besitz des Berufspilotenausweises. Ihr Heimatflugplatz ist Kägiswil im Kanton Obwalden, aber «natürlich bin ich schon in Grenchen gelandet», antwortet sie auf die entsprechende Frage. Auch habe sie den Radiotelefonie-Kurs bei der Flugschule Grenchen absolviert und mache immer wieder einen Zwischenstopp in dieser «wunderbaren Gegend».

eTrophy für den längsten Nonstop-Elektroflug

Zum zweiten Mal wird dieses Jahr die eTrophy ausgetragen. Der von der Firma Waterjet in Aarwangen gestiftete Preis erhält jenes Team mit dem längsten Nonstop-Elektroflug nach Grenchen. Letztes Jahr gewann ihn der tschechische E-Motorsegler Phoenix mit einem Flug von Bad Ragaz direkt nach Grenchen. Dieses Jahr gehört sicher der slowenische Pipistrel Velis Electro zu den Favoriten (siehe Kasten). Es ist das erste von der EASA, der europäischen Luftfahrtagentur, zugelassene Elektroflugzeug. Das Vorgängerflugzeug Pipistrel Alpha Electro flog schon die beiden vergangenen Jahre in Grenchen, konnte aber keine Passagiere mitnehmen.

Am Electrifly-In wird nicht nur geflogen, es ist auch ein Treffen der Fachleute. So hat Präsidentin Sandra Dubach grosse Freude am Symposium, an dem namhafte Experten Referate rund um die E-Mobilität in der Luft halten werden. Zudem ist unter der Moderation von Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Luftfahrtmagazins «Skynews», ein Podiumsgespräch eingeplant. Teilnehmen werden Dominique Gisin als Vertreterin der jungen Generation Pilotinnen und Piloten, Futurist und Aviatikexperte Morell Westermann sowie Fluglehrer Marc Corpataux, der mit seiner Alpine Air Planes Pionier ist in Sachen Elektroflugschulung. Bei den Ausstellern wird die in Grenchen ansässige Höhere Fachschule für Technik Mittelland neu mit von der Partie sein. An ihrem Stand werden ein herkömmlicher Verbrennungsmotor und ein neuer Elektromotor verglichen werden können.

Bleibt noch das zurzeit unvermeidliche Stichwort Corona: Gemäss OK-Präsidentin Sandra Dubach werde in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei Grenchen ein Schutzkonzept erarbeitet. Sie erinnert daran, dass das Electrifly-In eine Fachveranstaltung ist und nicht ein Flugtag oder eine Airshow mit Menschenmassen. Mit den gegenwärtig verordneten Schutzmassnahmen sei der Anlass durchführbar.

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