Mietpreise

Günstig wie sonst nirgends am Jurasüdfuss: Grenchen bleibt das Mieterparadies

Zufall? Von der geplanten Überbauung am Ölirain werden zuerst einmal die günstigen Wohnungen im Altbau realisiert.

Wohnungsbau

Zufall? Von der geplanten Überbauung am Ölirain werden zuerst einmal die günstigen Wohnungen im Altbau realisiert.

Der Vergleichsdienst Comparis hat die Mieten in den Schweizer Städten untersucht. Am Jurasüdfuss wohnt man in Grenchen mit Abstand am günstigsten.

Im Vorfeld der Mieter-Initiative hat der Vergleichsdienst Comparis 230000 Wohnungsinserate untersucht, die im Zeitraum von 1. Januar 2018 bis Ende 2019 publiziert wurden. Untersucht wurden 33 Städte mit 20000 Einwohnern und mehr, darunter auch Biel. Auch einige Städte mit weniger als 20000 Einwohner wurden untersucht, darunter Solothurn. Auf Anfrage der Redaktion stellte Comparis für einen Vergleich der Jurasüdfuss-Städte auch die Daten von Grenchen zur Verfügung.

Bis 14000 Franken sparen im Jahr

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass Grenchen weiterhin ein Mieterparadies bleibt. In allen Wohnungskategorien ist Wohnen in Grenchen im Vergleich mit den Nachbarstädten Solothurn und Biel am günstigsten, und erst recht im Vergleich mit den Grossstädten. Wer bereit sei, eine Stunde Pendlerdistanz nach Zürich auf sich zu nehmen, könne bei einer 3½-Zimmer-Wohnung gut und gerne 12000 Fr. Mietkosten pro Jahr einsparen, schreibt Comparis in einer Mitteilung. Abzüglich allerdings der Pendlerkosten, die sich wiederum von der Steuer absetzen lassen.

In Grenchen, das bahntechnisch ebenfalls knapp in einer 1-h-Distanz zum Hauptbahnhof Zürich liegt, läge diese Ersparnis noch einmal markant höher. Sie läge bei fast 14000 Franken jährlich. Diese Zahl ergibt sich aus der Medianmiete einer Dreieinhalbzimmer-Wohnung, die in Zürich 2500 Franken kostet und in Grenchen 1335 Franken. Medianmiete heisst: bei den untersuchten Wohnungsinseraten gibt es gleich viele günstigere wie teurere Wohnungen, was in der Praxis ein aussagekräftigerer Wert ist als die Durchschnittsmiete. In Grenchen wurden beispielsweise 412 Dreieinhalbzimmer-Wohnungen untersucht, in Solothurn 405 und in Biel 1525. Es handelt sich um die Wohnungskategorie mit dem grössten Angebot.

In allen Kategorien am günstigsten

Aus der Statistik zeigt sich aber, dass Grenchen in allen Wohnungskategorien das günstigste Angebot aller drei Jurasüdfussstädte aufweist. So kostet eine 1-Zimmer-Wohnung in Grenchen 690 Fr., in Biel 700 Fr. und in Solothurn 796 Fr.

Auch bei einer Sechszimmerwohnung gilt die gleiche Rangreihenfolge: Grenchen 1800 Fr., Biel 1870 Fr. und Solothurn 2040 Fr. Comparis macht allerdings darauf aufmerksam, dass bei den grössten Wohnungen die Stichprobe so klein ist, dass generelle Schlüsse schwer zu ziehen sind. In Grenchen waren auf der untersuchten Inserateplattform und im fraglichen Zeitraum beispielsweise nur zwei Sechszimmer-Wohnungen ausgeschrieben und auch in Biel und Solothurn nur je drei.

Grössere Wohnungen in Biel teurer

Interessantes Detail ist, dass sich die Rangreihenfolge zwischen Solothurn und Biel bei den grösseren Wohnungen umkehrt. Ab 4½ Zimmern sind die Wohnungen in Biel (1890 Fr.) teurer als in Solothurn (1850 Fr.). Markant am teuersten ist eine Fünfzimmer-Wohnung in Biel (1985 Fr.), während sie in Solothurn mit 1770 Fr. zu Buche schlägt und in Grenchen lediglich mit 1440 Fr. Hier ist allerdings die Validität der Aussage mit lediglich 11 untersuchten Wohnungen in Grenchen ebenfalls gering. Noch ein Wort zu den Nebenkosten: Hier liegen Grenchen (209 Fr.) und Solothurn (207) in der Referenz-Kategorie Dreieinhalb-Zimmer praktisch gleichauf, während in Biel 222 Fr. zu veranschlagen sind. Bei einer Fünfzimmer-Wohnung ist auch Biel bei den Nebenkosten am teuersten (319 Fr.), vor Solothurn mit 266 Fr. und Grenchen mit 255 Fr.

In Biel wurde die Initiative klar angenommen

Zur Erinnerung: Trotz vergleichbar günstigem Wohnraum haben die drei Jurasüdfuss-Städte bei der «Mieter-Initiative» nicht gleich abgestimmt. Während diese in Grenchen mit hohen 65,9 Prozent Neinstimmen und in Solothurn mit 51,6 Prozent Neinstimmen abgelehnt wurde, wurde die Initiative in Biel mit hohen 63,4 Prozent Ja-Stimmen klar angenommen.

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