Die Jahresrechnung 2018 der Stadt Grenchen schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 5,4 Mio. Franken ab. Dank höheren Einnahmen und Einsparungen bei den Ausgaben konnte das Budget um 7,9 Mio. Franken übertroffen werden. Im Vorjahr resultierte noch ein Verlust von einer Million Franken.

Der Gesamtaufwand fiel um 8,8 Mio. Franken tiefer aus als budgetiert. Einerseits wurden interne Verrechnungen über 7,4 Mio. Franken direkt verbucht. Andererseits wurden Nachtragskredite über 5,8 Mio. Franken bewilligt.

In der allgemeinen Verwaltung verzeichnet man fast in allen Bereichen Ausgaben unter Budget. Dies einerseits aufgrund von Neustrukturierungen innerhalb der Verwaltung, tieferen Pensen und weniger Stellenprozenten in manchen Abteilungen. In den Bereichen Bildung und Verkehr ist man über Budget, dort wurden Vorfinanzierungen von 2,5 Mio. Fr. für die Renovation des Schulhauses Kastels und 2,5 Mio. Fr. für die Umgestaltung des Bahnhofs Süd gebildet. Beide Projekte müssen allerdings noch vom Gemeinderat und der Gemeindeversammlung genehmigt werden.

Auf der Ertragsseite konnten höhere Einnahmen verbucht werden, insbesondere durch höhere Steuereinnahmen bei den Natürlichen Personen – 48,43 Mio. Fr. Budgetiert waren 43,12 Mio. Fr. «Hier muss man allerdings relativieren, dass davon rund 4 Mio. Fr. aus einmaligen Geschäftsfällen, wie beispielsweise Erbschaften, Grundstücksverkäufen, Nachbesteuerungen oder Lottogewinnen resultieren und damit keine wiederkehrenden Einnahmen darstellen», erklärte Finanzverwalter David Baumgartner. Auch ohne die Einmal-Effekte sei die Steuerentwicklung positiv zu werten, es sei eines der besten Ergebnisse der letzten 20 Jahre, so der Finanzverwalter, ohne Berücksichtigung von Steuererhöhungen oder –senkungen in diesem Zeitraum.

Tiefere Nettoinvestitionen

Bei den Juristischen Personen hingegen schliesst die Rechnung etwas schlechter ab als budgetiert: Statt der erwarteten 8,5 Millionen nahm man nur 7,02 Mio. Fr. ein. Auch dies aufgrund von Einmal-Effekten, wie Baumgartner erklärt. «Die guten Jahre 2005–2013 sind leider vorbei. Die Umsätze bei der Industrie sind zwar da, aber die Margen schrumpfen weiter.» Nach Abschreibungen und pauschalen Steueranrechnungen beträgt der Gemeindesteuerertrag netto 57,17 Mio. Fr., 6 Mio. Fr. besser als budgetiert.

Grenchen Rechnung: Bilanz 2018/2017

Die Investitionsrechnung schliesst mit Ausgaben von 7 Mio. Fr., Einnahmen von 1,1 Mio. Fr. und somit mit Nettoinvestitionen von 5,9 Mio. Fr. ab. Investitionen in der Höhe von 2,5 Mio. Fr. (Strassenprojekte und Turnerstadion) wurden zurückgestellt. Höhere Einnahmen von 0,4 Mio. Fr. haben gegenüber Budget zu 2,9 Mio. Fr. tieferen Nettoinvestitionen geführt. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 151% – letztes Jahr waren es noch 47%. Das Fremdkapital konnte um fast 10% auf 100 Mio. Fr. reduziert werden, das Eigenkapital beträgt 61,73 Mio. Fr. Das Finanzierungsergebnis schliesst mit 3,1 Mio. Franken ab. Wegen des deutlich besseren Jahresergebnisses von 7,9 Mio. Franken und den tieferen Nettoinvestitionen von 2,9 Mio. Fr. resultiert das Finanzierungsergebnis 11,2 Mio. Fr. besser als budgetiert.

«Wir sind auf dem rechten Weg mit den eingeleiteten Massnahmen und weisen eine solide Bilanz und ein solides Eigenkapital aus», so Baumgartner.

Auch Stadtpräsident François Scheidegger zeigt sich erfreut über das gute Ergebnis: «Die Rechnung zeigt, dass wir mit unserer Strategie ‹Mehreinnahmen generieren und gleichzeitig Minderausgaben tätigen› auf Kurs sind. Die Sparmassnahmen greifen und wir haben viel erreicht in den letzten 5 Jahren.» Die Verwaltung sei daran, die beschlossenen Massnahmen des Projekts «Kompass» umzusetzen, wovon er sich weitere positive Effekte verspreche.