Grenchen
Der Abenteuer- und Erlebnisspielplatz an der Lindenstrasse ist eingeweiht

Lange mussten die Kinder auf ihren neuen «Robinsonspielplatz» warten – jetzt haben sie ihren neuen Spielplatz mit neuem Namen erhalten.

Oliver Menge
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Der neue Abenteuer- und Erlebnisspielplatz an der Lindenstrasse.

Der neue Abenteuer- und Erlebnisspielplatz an der Lindenstrasse.

Oliver Menge

Kinder hatte es bei der offiziellen Einweihung des Abenteuer- und Erlebnisspielplatzes an der Lindenstrasse keine. Denn auch wenn die Sommerferien begonnen haben, trug das nasskalte Wetter am Eröffnungstag nicht gerade dazu bei, jemanden aus der warmen und trockenen Stube zu locken – es goss Bindfäden.

Dafür war die Anzahl der Vertreter der Behörden umso grösser: Neben Stadtpräsident François Scheidegger und Stadtbaumeister Aquil Briggen waren auch ISG-Präsidentin Chantal Heusser, Gesamtschulleiter Hubert Bläsi, Stadtgrün-Chef Patrick Nyffenegger, Jugendkommissionspräsidentin Vanessa Meury und Mike Brotschi, Projektleiter Standortförderung / Kultur, Sport und Freizeit sowie Jugend- und Kinderdelegierter bei der Einweihung anwesend.

Dass die Sommerferien begonnen haben, zeigte auch der Umstand, dass nebst den lokalen Medien Grenchens auch Medien aus Biel und Solothurn über die Einweihung berichten wollten und zum neuen Spielplatz kamen.

Die Geschichte des Robinsonspielplatzes

Stadtpräsident Scheidegger erinnerte an den langen Leidensweg, den man mit dem Spielplatz gehen musste: Seit 1986 befand sich am Oelirain ein rege besuchter Robinsonspielplatz, der von der Interessengemeinschaft Spielplätze Grenchen ISG betreut wurde. Bis 2014/15 klar wurde, dass der Grundeigentümer mit dem Land nördlich und südlich des Bahnviadukts Pläne hatte, in denen der Robinsonspielplatz keinen Platz mehr fand.

2015 überreichten Kinder dem Stadtpräsidenten eine Petition mit 115 Unterschriften zur Erhaltung des Robinsonspielplatzes. Ende Juni 2017 wurde der Gebrauchsleihevertrag vom Grundeigentümer gekündigt. Aber der Stadt gelang es zu erwirken, dass der Spielplatz auf Zusehen hin am Oelirain bleiben konnte. Bis die ISG im Dezember 2018 darüber informiert wurde, dass das Gelände bis März 2019 geräumt werden müsse, weil die Bauarbeiten beginnen sollten (was hingegen bis zum heutigen Tag nicht passiert ist...).

Ersatz wurde gesucht und gefunden

Verschiedene Grundstücke wurden als Ersatz in Betracht gezogen und geprüft: Das Grundstück südlich des Coops an der Storchengasse, das Grundstück an der Gibelstrasse 1, wo jetzt ein Kunstlager gebaut wird, auf der Wiese südlich des Stadthauses, auf der Schild-Rust-Wiese, an der Zwinglistrasse im Stadtpark und an der Lindenstrasse, für die sich der Gemeinderat Mitte Mai 2019 entschied.

«Die Vorteile liegen auf der Hand», sagte Scheidegger. «Das Grundstück ist im Eigentum der Stadt und bietet daher die Möglichkeit für eine langfristige Lösung.» Es sei zentral gelegen und umgeben von anderer Freizeit-Infrastruktur, wie den Turn- und Schwimmhallen, der Minigolfanlage nebenan, dem Stadtpark, dem Lindenhaus und der Bibliothek. Ausserdem sei es gut mit dem ÖV erreichbar, es gebe aber auch genügend Parkplätze und – was die Lärmemissionen angeht, nicht unwichtig – es befinde sich nicht in einem Wohngebiet.

Stadtpräsident François Scheidegger bei der Einweihung.

Stadtpräsident François Scheidegger bei der Einweihung.

Oliver Menge

Öffentlicher und nicht öffentlicher Teil

Nachdem das von der ISG, der Jugendkommission und der Baudirektion überarbeitete Konzept von der Gemeinderatskommission im März 2020 gutgeheissen und ein Kredit von 185'000 Franken bewilligt wurde, begann man im Oktober 2020 mit den Arbeiten: Werkleitungen wurden verlegt, zwei Container wurden geliefert und montiert, die Umgebung neu gestaltet und die Spielgeräte durch den Werkhof montiert.

Der Zaun wurde ergänzt, da der Spielplatz in einen öffentlichen, immer zugänglichen und einen nicht öffentlichen Teil unterteilt ist. Zuletzt säte Stadtgrün den Rasen, der – wie Patrick Nyffenegger mit einem Schmunzeln bemerkte – jetzt gerade ideale und wachstumsfördernde klimatische Bedingungen erlebe.

Der öffentliche Teil wurde mit Standardspielgeräten wie Tirolienne, Seilturm und Sandkasten ausgestattet, der betreute und abgeschlossene Teil soll nach und nach zusammen mit den Kindern gestaltet werden. In diesem Teil steht auch der Spielcontainer, der Raum bietet für Spiele, Bastelarbeiten oder Ähnliches, wenn die Kinder drinnen etwas unternehmen wollen. Wasser, eine Feuerstelle, ein Pingpong-Tisch und weitere Naturelemente stehen draussen zur Verfügung. Dieser durch den Zaun abgetrennte Teil wird von der ISG jeweils mittwochs und freitags betreut.

Ein «imaginärer Drohnenflug» durch den Spielplatz.

Oliver Menge

ISG-Präsidentin Chantal Heusser freute sich sehr darüber, dass das Projekt fertiggestellt wurde. Sie bedankte sich bei den Behörden für die konstruktive Zusammenarbeit und präzisierte, dass die eigentliche Eröffnung ja erst noch stattfinde. Denn der betreute Teil wird erst im Herbst seinen Betrieb aufnehmen. Das Interesse hingegen sei jetzt schon gross, wie sie in den sozialen Medien gesehen habe. Dort kursieren offenbar schon jetzt Videos von Kindern, die sich auf dem neuen Spielplatz, dem 20. in der Stadt Grenchen, vergnügen.

Auch Mike Brotschi gab seiner Freude Ausdruck: Als Kinder- und Jugenddelegierter der Stadt Grenchen, die stolz das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» trage, freue er sich ganz besonders darüber, dass die Unicef der Stadt Grenchen einen Betrag an die Betreuung des Spielplatzes zugesichert hat.

Abgeschlossen wurde die offizielle Einweihung mit dem obligaten Durchschneiden des Bandes.

ISG-Präsidentin Chantal Heusser, Stadtpräsident François Scheidegger und Jugendkommissionspräsidentin Vanessa Meury durchschneiden das Band bei strömendem Regen.

ISG-Präsidentin Chantal Heusser, Stadtpräsident François Scheidegger und Jugendkommissionspräsidentin Vanessa Meury durchschneiden das Band bei strömendem Regen.

Oliver Menge

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