Grenchen

Gemeinderatssitzung wird schon fast generalstabsmässig vorbereitet

Projektleiterin Sandra Joye (links) und Kanzleichefin Anne-Catherine Schneeberger besprechen mit Parktheaterwirt Argim Asani den Umbau.

Gemeinderatssitzung im Theatersaal

Projektleiterin Sandra Joye (links) und Kanzleichefin Anne-Catherine Schneeberger besprechen mit Parktheaterwirt Argim Asani den Umbau.

Der Grenchner Gemeinderat tagt am Dienstag im grossen Theatersaal des Parktheaters. Das erfordert eine minutiöse und genaue Planung, bei der auch Details beachtet werden müssen.

Sandra Joye, Projektleiterin bei der Stadtkanzlei Grenchen hatte in den letzten Tagen ein spezielles Projekt zu betreuen: Die Gemeinderatssitzung von Dienstagabend muss vom Gemeinderatssaal in den Theatersaal verlegt werden. Am normalen Sitzungsort können die vom Bund vorgeschriebenen Abstandsregeln nicht eingehalten werden- es braucht mehr Platz. Der Theatersaal hingegen bietet mit seinen 100 Quadratmetern genügend Platz sowohl für die 15 Gemeinderäte, das Ratsbüro, die Referenten in den diversen Geschäften, die Pressevertreterinnen und -vertreter, die Chefbeamten, die ebenfalls zugegen sein müssen sowie eine genügende Anzahl Plätze fürs Publikum.

Eine einfache Sache, sollte man meinen. Weit gefehlt: Es ist nicht damit getan, die Leute einfach mit zwei Metern Abstand in den Saal zu setzen. Eine ordentliche Sitzung wäre so nicht gewährleistet. Und aufgrund der Grösse des Saals kommt man auch um eine Stimmverstärkung nicht herum.

Auf den Entwurf folgt die Umsetzung

In der letzten Woche hatte die Projektleiterin deshalb als erstes den Saal vermessen. 10 Meter lang, 10 Meter breit, von der Bühne weg nach hinten ansteigend mit vier breiten Abschnitten. Dann ging es an den Entwurf des Displays. Der Gemeinderat wird analog zu seiner gewohnten Sitzordnung im Hufeisen tagen. Auf jeder Seite fünf Tische, hinten deren vier.

Vorne auf der Bühne Stadtpräsident François Scheidegger, sein Vize Remo Bill, Stadtschreiberin Luzia Meister und Kanzleichefin Anne-Catherine Schneeberger, die für das Protokoll zuständig ist. Finanzverwalter David Baumgartner sitzt auf der Seite, vor der Bühne nehmen die Referenten Platz.
Zwischen allen Tischen werden zwei Meter Abstand eingehalten. In jeder Richtung. Fürs Publikum ist der Balkon reserviert.

Tröpfchenweiser Einlass auch für Politiker

Nächster Schritt war das Erstellen einer To do- und Checkliste und schliesslich die Besprechung vor Ort: Zusammen mit Anne-Catherine Schneeberger und Argim Asani, dem Wirt des Parktheaters, wurde die Sache vor Ort angeschaut und die weiteren Details geklärt. Eine ganze Menge, wie sich herausstellte: Angefangen beim Eingang ins Gebäude – gefordert ist ein tröpfchenweiser Einlass und die Einhaltung der Abstandsregeln.

Die Gemeinderäte und Referenten sollen per Mail aufgefordert werden, rechtzeitig zu erscheinen, damit es beim Eingang keinen Stau gibt oder man sich vor einer der Handdesinfektionsstationen nicht auf die Füsse tritt. Von der Polizei Stadt Grenchen werden Beamte aufgeboten, die unter anderem auch darauf achten, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Die Polizisten sind ausserdem für die Sicherheit im Gebäude besorgt.

Asani und sein Team werden am Morgen die Theaterbestuhlung ins Depot räumen und die Tische und Stühle nach Plan aufstellen. Die Toiletten sind bereits vorbereitet und auf den Zweimeter-Abstand getrimmt. Wegweiser für die verschiedenen Teilnehmergruppen werden ebenfalls noch vor der Sitzung montiert, Abstandsmarkierungen am Boden angebracht.

Eine besondere Neuerung betrifft die Referenten: Für sie gibt es ein zentrales Rednerpult in der Mitte vor der Bühne mit einem Mikrofon, das sie nicht anfassen sollten. Daneben befindet sich der Tisch mit dem Laptop, über den die verschiedenen Präsentationen laufen werden. Für die Bedienung müssen die Referenten die Hände desinfizieren oder Handschuhe tragen. «Wir werden beides bereitstellen», so Joye.

Publikum hat beschränkt Platz auf dem Balkon

Auch das Publikum kann sich nicht einfach hinsetzen, wo es will: Auf dem Balkon sind mehrere Reihen abgesperrt, es gibt Platz für genau 21 Personen. «Das sollte aber reichen, bei der Rechnung haben wir nie so viel Publikum», meint Anne-Catherine Schneeberger. «Aber die SWG und die Bettlachstrasse?», meint Sandra Joye.

«Haben wir an alles gedacht? Genügend Sandwiches für die Pause bestellt? Eine halbe Stunde ist nicht viel, also wie regeln wir den Ansturm auf die Sandwiches und die Getränke?» Er werde sich dazu noch was einfallen lassen, sagt Asani, der die Essens- und Getränkeausgabe organisiert und auch jederzeit noch für Nachschub sorgen könnte, sollte die bestellte Anzahl nicht reichen.

Jetzt liegt es nur noch am Gemeinderat, ob die Sitzung spannend wird – die Traktanden lassen darauf hoffen.

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