Kommentar

Es geht um die Grenchner Stadtpolizei

Eine der Sprechstunden der Stadtpolizei Grenchen. Sollte die Stadtpolizei abgeschafft werden?

Eine der Sprechstunden der Stadtpolizei Grenchen. Sollte die Stadtpolizei abgeschafft werden?

Man kann vermuten, dass es letztendlich nicht nur um die Personalie Ambühl geht. Sondern um die Stadtpolizei ganz allgemein. Seit François Scheidegger vor sieben Jahren Nachfolger von Boris Banga wurde, wird hinter vorgehaltener Hand immer wieder darüber diskutiert.

Die Polizei ist in der Tat kein unerheblicher Kostenfaktor im Budget der Stadt. Der Betrag beläuft sich auf knapp 3 Millionen Franken, den man in Grenchen jährlich für die Stadtpolizei ausgibt. Und spätestens, seit es Olten vorgemacht, seine Stadtpolizei abgeschafft hat und nun alle polizeilichen Bedürfnisse durch die Kantonspolizei abdecken lässt, denken manche politischen Kreise laut darüber nach, ob das nicht auch eine gute Lösung für Grenchen wäre. Denn schliesslich würden dann alle Kosten beim Kanton anfallen.

Dieser bezahlt zwar schon jetzt eine Abgeltung für die polizeilichen Dienste der Stadtpolizei, aber nicht in der Höhe der effektiven Kosten. Und auch wenn es unter dem Strich dann teurer wird – so wie in Olten – spielt das keine Rolle. Hauptsache, der Kanton bezahlt. Dazu kommt, dass man Probleme, wie zum Beispiel die Alkiszene auf dem Marktplatz, den die Stadtpolizei «nicht in den Griff bekommt», wie ewige Nörgler behaupten, elegant in die Verantwortung der Kapo übergeben könnte.

Ob das der Stadt Grenchen mehr als nur finanzielle Vorteile bringt, müsste man allerdings offen und transparent diskutieren.

oliver.menge@chmedia.ch

Meistgesehen

Artboard 1