Seit vier Jahren kommen in den beiden Altersheimen der Stadt Grenchen alle zwei Monate zwei Clowninnen vorbei. Rosemarie Krüttli alias Masacha im «Kastels» und Elisabeth Schmider alias Kunigunde im «Weinberg». Sie wollen den Alltag der betagten Heimbewohnerinnen und Heimbewohner aufheitern, was ihnen meistens auch gelingt. Doch es funktioniert nicht so, wie man sich das landläufig von einem Clown gewohnt ist. «Es geht nicht darum, Klamauk zu machen wie im Zirkus, sondern sich auf die Menschen einzulassen, das Gespräch mit ihnen zu suchen, ihre Impulse aufzunehmen», sagt Rosemarie Krüttli. Im Zirkus sage der Clown, wos langgeht, hier geben die besuchten Menschen durch ihre Reaktion die Richtung der Begegnung vor.

Die beiden – selber auch älteren Frauen – sind so Aktivierungstherapeutin und Sozialanimatorin zugleich. Die Verkleidung macht sie zu fiktiven Figuren, denen zu begegnen einfacher ist, als bei realen Menschen, wie die Erfahrung zeige. So komme es regelmässig vor, dass sich sehr ernsthafte, bisweilen fast therapeutische Gespräche ergeben. Zum Beispiel, wenn eine Person preisgibt, dass sie aus dem Leben scheiden möchte. Die Clowninnen können so als Sensoren wirken für das (vielleicht nichts ahnende) Pflegepersonal. «Deshalb bereiten wir uns auch immer sehr gut auf diese Begegnungen vor und nehmen uns genug Zeit», sagt Elisabeth Schmider.

Eine Spende von 3600 Franken der Gemeinnützigen Gesellschaft Grenchen hilft mit, das Clown-Projekt für ein weiteres Jahr zu ermöglichen. Am Montag überreichten Präsidentin Regula Lüthi und Brockenstube-Mitarbeiterin Therese Mathys den Check an Cecile Boillat, Leiterin Pflege der Altersheime.