Bierfreunde Bettlach

«Ein Jahr zum Vergessen!»: Der Bettläbier-Obä wird ersatzlos gestrichen

Foto anlässlich der April-GV 2019 Legende: Die Bierfreunde Bettlach an der GV 2019, hinten von links nach rechts: Manfred Weissmann, Mathias Stricker, Toni Lörtscher (verstorben im. Feb. 2020); Vorne von links nach rechts: Philipp Binggeli, Ruedi Bruder, Tommy Buser, Thomas Varrin.

Da waren sie noch komplett...

Foto anlässlich der April-GV 2019 Legende: Die Bierfreunde Bettlach an der GV 2019, hinten von links nach rechts: Manfred Weissmann, Mathias Stricker, Toni Lörtscher (verstorben im. Feb. 2020); Vorne von links nach rechts: Philipp Binggeli, Ruedi Bruder, Tommy Buser, Thomas Varrin.

Doppelter Schlag für die Bierfreunde Bettlach. Nach dem Tod von Brauer Toni Lötscher können sie auch kein «Bettläbier-Fest» durchführen. Es wäre die zehnte Ausgabe gewesen.

Der Bettläbier-Obä, einer der Eckpfeiler des gesellschaftlichen Bettlacher Dorflebens, immer am ersten Freitag im Juni, wird dieses Jahr ersatzlos gestrichen. Dies teilen die Bierfreunde Bettlach mit. Die Bettlacher Bevölkerung muss sich ein Jahr auf ihr Bier gedulden.

Das frisch gebraute Bier würde jetzt in den Fässern der Grenchner Brauerei Granicum liegen und langsam gären. Bis traditionsgemäss einige Wochen später, am ersten Freitag im Juni, in der Bettlacher Zähnteschür das Bettläbier angezapft und um die 700 Liter durch durstige Bettlacher Kehlen rinnen würde. Es wäre bereits der 10. Bettläbier-Obä gewesen.

Doppelter Schlag

Die Corona Krise hat nun auch die Bierfreunde Bettlach veranlasst, dieses Jahr ihren Jubiläums Bettläbier-Obä ersatzlos vom Veranstaltungskalender zu streichen.

«Das Jahr 2020 wird ein Jahr zum Vergessen! », meint Bierfreunde Präsident Thomas Varrin. Der «Presi», wie er von seinen fünf Bettlacher Bierfreunden genannt wird, erklärt weiter, dass der plötzliche und tragische Tod ihres Brauvaters Toni Lötschers Mitte Februar auch die Bierfreunde in eine Schockstarre versetzt habe. Noch immer könne und wolle man den grossen Verlust nicht wahrhaben, aber es müsse halt weitergehen.

Und es wäre auch weitergegangen. Mit Tonis Sohn Roger Lötscher, der die Brauerei Granicum nun führt, hätte man anfangs April die rund tausend Liter Bettläbier gebraut, während den Rasten, also wenn der Sud auf einer bestimmten Temperatur für eine längere Zeit dahinköchelt, die 11.GV abgehalten und den Bettläbier-Senf gemacht. Auch die diesjährige GV mussten die Bettlacher Bierfreunde wegen Corona verschieben.

«Unsere 12 Kinder, unsere Generation 2.0 wäre uns am Bettläbier-Obä auch wieder tatkräftig zur Seite gestanden, wenn wir mit der Dorfbevölkerung unser Bettläbier zelebriert hätten. Sie sind auch enttäuscht», erklärt Manfred Weissmann, der Macher unter den Bierfreunden. Er und Philipp Binggeli sind jeweils für Grilladen und die Küche verantwortlich. Ruedi Bruder an der Kasse und die beiden Lehrer Mathias Stricker und Tommy Buser an den Zapfanlagen komplettieren die sechs Bierfreunde Bettlach.

Presi Thomas Varrin ist aber zuversichtlich: «In dieser unsicheren Zeit noch einen Ersatztermin zu finden, wäre kaum möglich. Wir werden den 10. Bettläbier-Obä aber ganz bestimmt durchführen, halt erst nächstes Jahr: Wie immer am ersten Freitag im Juni (4.6.21). Auf unseren Toni!» (tbb)

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