Berufsbildung

Dieses Elektrolabor ist einzigartig

Fachlehrer Othmar Kreuzer überwacht die fleissig-vergnügten Schüler im neuen Elektrolabor. Felix Gerber

Fachlehrer Othmar Kreuzer überwacht die fleissig-vergnügten Schüler im neuen Elektrolabor. Felix Gerber

Die gewerblich-Industrielle Berufsschule und das ZeitZentrum trumpfen mit einem neuem Labor auf und sorgen somit für einen abwechslungsreicheren Unterricht. Die Berufsschüler können sich im neuen Elektrolabor austoben.

Zwei Jahre lang wurde in Fronarbeit getüftelt, geschuftet, ausprobiert und dabei ein ganz eigenes Werk geschaffen. Mit Erfolg: Vergangenen Donnerstag wurde das neue Elektrolabor im BBZ-Gebäude an der Sportstrasse feierlich und offiziell eröffnet. Für die Lernenden der Gewerblich-Industriellen Berufsschule (GIBS) und des ZeitZentrums eine wertvolle Ergänzung: Endlich können die heranwachsenden Berufsleute die oftmals fade Theorie direkt im Versuch in die Praxis umsetzen; beispielsweise an Steckbretten Schaltungen testen und lernen, mit Messgeräten umzugehen.

Günstiger als üblich

Benutzt wird das Labor bereits seit letztem August. Ein früherer Besuch während des Unterrichts zeigte: Die Schüler sind vergnügt und gleichzeitig konzentriert bei der Sache. Ausgebildet werden hier schliesslich Montage-Elektriker und Elektroinstallateure – beliebte und häufig gewählte Berufe. Auch die Uhrmacher-Lernenden des ZeitZentrums werden hier unterrichtet. «Wir freuen uns alle sehr», sagt Fachlehrer Othmar Kreuzer stellvertretend.

Die Arbeit im Labor lockere den Unterricht auf, ausserdem «hätte ein solches Labor normalerweise ein paar 100000 Franken gekostet, hätten wir nicht alles selber organisiert und aufgebaut.» Wir – das sind vor allem Kreuzer und sein Kollege Guido Borer, welche 2008 die Initiative zum Projekt ergriffen hatten. Das Labor konnte die GIBS selbst finanzieren, ohne Sonderkredit.

Sicherheitsstandard entsprechend

An der offiziellen Eröffnung erklärte Fachlehrer Borer, wieso das Labor die Jahre zuvor nicht mehr benutzt werden konnte. Die ursprüngliche Einrichtung war weit über 20 Jahre alt und weder didaktisch noch sicherheitstechnisch auf dem aktuellen Stand. «Man arbeitete mit sehr hohen Spannungen, die Gänge und Arbeitsplätze waren unübersichtlich», so Borer. «Katastrophale Zustände» und damit auch riskant. «Deshalb sagten wir uns: Sicherheit first», erklärt Borer.

Nach den unzähligen Stunden Fronarbeit hat sich der Aufwand aus Sicht der Schulangestellten gelohnt. Die Fachlehrer, der Hausdienst und selbst die Lernenden halfen mit. Schränke und Gestelle wurden kostengünstig eingekauft, Armaturen und Apparate zum einem von der Rockwell Automation AG aus Aarau geschenkt und von der SBB-Lehrlingswerkstätte «LogIn» in Olten extra und zu einem günstigen Preis fabriziert.

«Die SBB-Lernenden haben für unsere Lernenden etwas hergestellt», lobt Daniel Wegmüller, Rektor GIBS und ZeitZentrum Grenchen. Jetzt ist alles sicherheitstechnisch auf dem aktuellen Stand. Das Ganze sei eine «Super, super Sache».

Anerkennung gab es dann auch von Kurt Jäggi (Präsident Berufsverband VKSE) und Ernst Hürlimann, dem Direktor des BBZ Solothurn-Grenchen. Eine spezielle Freude bleibt das Elektrolabor aber letztlich vor allem für die Lehrer und die Lernenden, die im Unterricht künftig davon profitieren können und einen grossen Schritt nach vorne gemacht haben.

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