Die frisch versiegelten Eichenbohlen in der Alten Turnhalle haben schon lange nicht mehr so geglänzt. Es scheint, als freuten sie sich schon auf den Eröffnungstermin der neuen Grenchner Bibliothek. Dieser steht inzwischen fest. Es ist der Freitag, 14. Juni. Dann werden die Behörden die neue Kulturinstitution Grenchens ihrer Bestimmung übergeben. «Ein solche soll es nämlich werden. Die Bibliothek wird mehr sein als nur eine Büchersammlung», verspricht Gesamtschulleiter Hubert Bläsi, in dessen Zuständigkeitsbereich die Bibliothek fällt. Es sollen hier auch Anlässe wie Lesungen, Musik oder Kleinkunst – zum Beispiel Kabarett oder Slam Poetry – durchgeführt werden können. Zu diesem Zweck lassen sich die Bücherregale im Erdgeschoss verschieben.

30 000 Medien zügeln

Ab 15. Juni ist dann die Bibliothek auch für das allgemeine Publikum geöffnet. Bis dahin gibt es aber noch etliches zu tun, wie ein Augenschein zeigt. In etwa einem Monat wird mit dem Einräumen der Bücher begonnen. «Wir werden bei der Umzugsaktion rund 30 000 Medien vom alten Standort in die neue Bibliothek zügeln», blickt Bibliotheksleiterin Karin Burkhalter voraus. Eine logistisch aufwendige Aktion, bis jedes Buch oder jede CD wieder an seinem Ort ist. Ein Teil des Bestandes soll auch neue Signaturen erhalten.

Überschüssige Bücher werden verschenkt, kommen in die neuen offenen Bücherschränke, in Kitas oder werden auch entsorgt, wenn sie wirklich niemand mehr will. «Bücher, die niemand ausleihen will, nehmen bei uns nur Platz weg», meint Burkhalter. Es sei auch nicht das Ziel, viel mehr Bücher im Angebot zu haben als vorher.

Aber eine Bibliothek, in welcher sich nicht nur die Bücher wohlfühlen, sondern auch die Besucher. Dabei ist das dreiköpfige Bibliotheks-Team involviert. Beispielsweise bei der Farbwahl der Teppiche im Obergeschoss und weiteren nicht unwichtigen Details.

Beim Umbau durch das Büro Kurt Stalder Architekten (Solothurn) redet auch die Denkmalpflege ein Wörtchen mit, denn das Gebäude aus dem Jahr 1906 steht unter Denkmalschutz. Farblich ist die Aussenseite der Galerie an die bestehenden Farben des Innenraums angepasst. Die stützenlose Galerie scheint frei schwebend, ist aber an Metallträgern, die in den Aussenwänden verankert sind, aufgehängt. Die Balken der Dachkonstruktion behalten ihre Farbe und Ornamentik.

Von der Galerie aus fällt der Blick direkt auf die 13 Wandgemälde von Ferdinand Kaus mit Sujets aus der Sportwelt. Damit wird die Vorgeschichte der Bibliothek in Erinnerung gerufen.

Kosten und Termine im Griff

Zurzeit ist der Innenausbau in vollem Gange. Elektroinstallateure sind am Verkabeln von Schaltkästen und ziehen die Leitungen für die Beleuchtung und die EDV ein. Demnächst wird auch der Lift eingebaut. Die gesamte Beleuchtung wird in LED-Technik ausgeführt und ist teilweise in die Bücherregale integriert. Schallschutz-Elemente an der Decke bzw. eine gelochte Unterseite der Galerie sollen den Geräuschpegel mindern.

Laut Hubert Bläsi ist man terminlich und in Bezug auf die Kosten nach Fahrplan unterwegs. Im Gegensatz zu früheren Angaben wird nun doch eine Rückgabeklappe für Buchrückgaben ausserhalb der Öffnungszeiten installiert. «Das gehört heute einfach zum Standard», meint Bläsi, der zurzeit auch ein Logo für die neue Bibliothek entwerfen lässt. Dieses wird dann auf den Bannern erscheinen, welche als Fahnen den Haupteingang zur Lindenstrasse zieren werden. Die Fassade beim Eingang wird ebenfalls noch frisch gestrichen. Der Seiteneingang wird mit einem Treppenlift versehen, sodass ein barrierefreier Zugang auch für Behinderte möglich wird.