Gemeinderat Grenchen

Die Lindenstrasse erhält ein Facelifting

Das Areal zwischen Nordbahnhof und Kirchstrasse soll aufgewertet werden.

Das Areal zwischen Nordbahnhof und Kirchstrasse soll aufgewertet werden.

Der Gemeinderat stimmte einem Postulat zur Aufwertung des Areals rund um die Lindenstrasse im Zentrum zu. Er hat zudem eine halbe Million Franken Starthilfe für den geplanten Campus Technik gesprochen.

Ein Postulat von Gemeinderat Peter Brotschi (CVP) löst wahrscheinlich eine Reihe von Umgestaltungen im Stadtzentrum aus. Am Anfang stand Brotschis Forderung, die Lindenstrasse aufzuwerten. Als Antwort auf das Postulat legt die Baudirektion jetzt aber einen ganzen Strauss von Massnahmen vor, welcher das Areal zwischen Nordbahnhof, Parktheater, Lindenhaus, Stadtbibliothek, Robert Luterbacher-Strasse bis hin zur Kirchstrasse vorsieht. Hier bestehe mehrfacher Aufwertungsbedarf, kommt Stadtbaumeister Aquil Briggen zum Schluss, wobei die Massnahmen natürlich etappiert werden könnten.

Ideenwettbewerb lancieren

So soll nebst der eigentlichen Strassenraumgestaltung auch ein neues Parkplatzkonzept unter Einbezug des Nordbahnhofs erstellt werden, die Aufwertung des Lindenparks und die Erschliessung der Schulhäuser überprüft werden sowie die Standorte der heute drei Skulpturen. Die Baudirektion empfiehlt hierzu die Durchführung eines Ideenwettbewerbs mit Planerteams der Bereiche Verkehr und Landschaft.
Die Überweisung von Brotschis Postulat war unbestritten, das Vorhaben wurde von allen Parteien unterstützt. Laut Aquil Briggen muss zwar das Augenmerk jetzt zuerst auf die Neugestaltung des Südbahnhofes gelegt werden. Die planerischen Arbeiten könnten aber parallel zur Umsetzung des Projekts Südbahnhof erfolgen, die Umsetzung danach.

Der Gemeinderat hat im weiteren beschlossen, einen Betrag von 500 000 Fr. als Starthilfe für das geplante Projekt Campus Grenchen auszurichten. Das Projekt von Investor Ernst Thomke soll bis im Sommer 2023 eine neue Basis für die Hochschule für Technik Mittelland (hftm) und die Lehrlingsausbildung von Swissmechanic Solothurn werden.

Enzo Armellino, Geschäftsführer von Swissmechanic Solothurn und designierter Geschäftsführer des Campus Technik und Michael Benker, Direktor der hftm, stellten die Zielsetzungen vor. Der Beitrag diene der Projektentwicklung der beiden Schulen, die unter einem Dach ein «Ökosystem» entwickeln möchten, das die technische Bildung- und Weiterbildung voranbringt. Dabei gelte es eine Vielfalt von neuen gemeinsamen Projekten aufzugleisen, welche dem Campus zu einer entsprechenden Ausstrahlung verhelfen sollen.

Einhellige Zustimmung der Fraktionen

Die Voten der Fraktionssprecher signalisierten eine breite Unterstützung für das Vorhaben , man sprach von einer «grossen Chance für die Stadt» (Alex Kaufmann, SP) oder einem «städtebaulich bedeutenden Projekt» (Robert Gerber, FDP). Trotz genereller Zustimmung seitens der SVP meinte jedoch Fraktionschef Ivo von Büren: «Manche fragen sich, was solche Schulen Grenchen bringen ausser zusätzlichem Verkehr.» Nicole Hirt (GLP)stellte die Frage, ob die Abgabe des Landes im Baurecht geprüft worden sei.

«Wir bringen dieses Thema bei Landgeschäften immer wieder aufs Tapet, das Interesse der Investoren am Baurecht hält sich aber in Grenzen», meinte Stadtpräsident François Scheidegger dazu. Hier zumal es früher Altlasten auf dem Areal gab. Der Investor sei immerhin bereit, einen guten Preis für das Land (der SWG) zu bezahlen. Eine Regelung der künftigen Abgabe im Baurecht sei aber grundsätzlich nötig und der Stadtpräsident stellte eine entsprechende Vorlage in Aussicht.

Vizestadtpräsident Remo Bill orientierte über den jetzt abgeschlossenen Architekturwettbewerb, gab aber das Siegerprojekt noch nicht bekannt. «Der Wettbewerb ist erst letzten Freitag entschieden worden und der Jurybericht liegt noch nicht vor», begründete er. «Es sind aber gute Lösungen», meinte er. Von den fünf Eingaben werde ein Projekt zur Weiterbearbeitung empfohlen. Es soll am kommenden 29. Oktober vorgestellt werden.

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