Temporäre Fussgängerzone
Die Bettlachstrasse in Grenchen soll kommenden Sommer wieder gesperrt werden

Die Sperrung der Bettlachstrasse für den Autoverkehr hat sich im vergangenen Sommer bewährt. Polizeikommandant Christian Ambühl spricht sich für eine Wiederholung 2021 aus.

Andreas Toggweiler
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Das im Sommer 2020 praktizierte Regime auf der Bettlachstrasse soll auch nächsten Sommer gelten.

Das im Sommer 2020 praktizierte Regime auf der Bettlachstrasse soll auch nächsten Sommer gelten.

Oliver Menge

Was hat die temporäre Schliessung der Bettlachstrasse während der Sommermonate nicht für Diskussionen in der Politik und auch an Stammtischen geführt. Das Thema erhitzte die Gemüter in regelmässigen Abständen. Im Sommer 2020 wurde – einmal mehr versuchsweise – eine neue Lösung praktiziert, die offenbar Gefallen findet. Polizeikommandant Christian Ambühl möchte auch dieses Jahr eine Sperrung nach dem gleichen Muster vornehmen. Die GRK scheint einverstanden.

Was ist passiert, dass plötzlich Einigkeit zu herrschen scheint? Eine Petition für die Schliessung mit 750 Unterschriften stand bisher einigen Gewerbetreibenden an der Bettlachstrasse gegenüber, die sich – manche zwar nur hinter vorgehaltener Hand, aber umso standhafter – gegen die Sperrung stellten. Ein politischer Durchbruch wurde überraschend erzielt, als der Gemeinderat am 12. Mai 2020 ein Postulat von Alex Kaufmann mit 11 gegen 4 Stimmen überwies. Lediglich die SVP stimmte dagegen.

Abriegelung des Zytplatzes von zwei Seiten

Polizeikommandant Christian Ambühl präsentierte im Mai 2020 eine Lösung, die sich deutlich unterschied von den bisherigen Denkansätzen. Statt die Strasse zwischen Marktplatz und Postplatz zu sperren, wurde lediglich der Zytplatz von beiden Seiten abgeriegelt. Hofeinfahrten und die Zufahrt zu den Parkplätzen an der Bettlachstrasse Ost bleiben möglich. Die Bettlachstrasse endet von beiden Seiten her als Sackgasse. Mit dieser Lösung wurde eine neue Nutzung des gesamten Zytplatzes möglich beispielsweise für das Sommerkino der Stadt. Den notorischen Autoposern, die jeweils unter dem Stadtdach parkieren, wurde gleichzeitig ein wirksamer Riegel geschoben.

«Dieses Vorgehen hat sich sehr gut bewährt», zieht Kommandant Ambühl nach der ersten Saison unter diesem Regime Bilanz. Im November konnte er der Gemeinderatskommission seine Erfahrungen präsentieren. Die GRK publizierte jetzt ihrerseits Ambühls Erwägungen zuhanden des Gemeinderates und damit der Öffentlichkeit: «Generell darf vermerkt werden, dass der Polizei und bei Gesprächen durch den Kommandanten mit Betroffenen vor Ort und den Bürgern keine negativen Rückmeldungen zu verzeichnen sind. Das Gegenteil ist der Fall. Es gab lauter positive Rückmeldungen und es wurde sogar vielfach der Wunsch geäussert, dass die Sperrung permanent sein sollte.»

Anlässlich der Gemeindeversammlung sei er sogar mehrfach darauf angesprochen worden, warum man die Strasse überhaupt wieder geöffnet habe. Fast habe es Unfälle mit spielenden Kindern gegeben. Tatsächlich habe man auch sofort wieder unter dem Stadtdach parkierte Autos festgestellt.

Reaktionen fielen unterschiedlich aus

Bei den Reaktionen unterschied Ambühl zwischen Anwohnern, «Bevölkerung allgemein», Gewerbe, Restaurants und Veranstaltern. Jede Gruppe legte den Fokus etwas anders. So mussten sich die Anwohner zuerst an die neue Zufahrtsroute gewöhnen und die Chauffeure der Lieferanten an die enge Einfahrt von Westen her. Doch insgesamt spricht für die Stadtpolizei nichts dagegen, die Sperrung künftig nach diesem Muster vorzunehmen. In Frage komme in etwa der Zeitraum ab Beginn der Sommerferien bzw. des Sommers (21. Juni) für jeweils drei Monate. Dies, sofern der Gemeinderat nicht wieder auf die Sache zurückkomme. Was allerdings immer möglich ist. Die GRK äusserte sich selber offenbar nicht. «Vom Bericht wird Kenntnis genommen», heisst es unter «Antrag und Beschlussentwurf» lediglich.

Planungssicherheit für Gastro-Anrainer

«Es ist wichtig, das weitere Vorgehen frühzeitig zu kommunizieren», präzisiert Ambühl auf Nachfrage. Denn die Gewerbebetriebe und Restaurants brauchten Planungssicherheit, wenn sie beispielsweise zusätzliches Mobiliar für den Sommerbetrieb anschaffen möchten.» Das gelte auch für die Veranstalter, für die sich mit dem Areal südlich des Stadtdaches zusätzliche Möglichkeiten ergeben.