Das Grenchner Traditionsturnier Uhrencup steht vor einem Comeback. Die Uhrenstädte Grenchen und Biel spannen zusammen und schaffen gemeinsam die Voraussetzungen, dass der Uhrencup wieder stattfinden kann. Das heisst es in einer Medienmitteilung, die am Mittwoch verschickt wurde.

Der Bieler Jurist und Fussballfunktionär Thomas Grimm, ehemaliger Präsident der Swiss Football League und ehemaliger YB-Präsident, und der bisherige Uhrencup-Vermarkter, Berner Betriebsökonom und Inhaber der Sportmarketing-Agentur FairMatch, Simon Laager, sowie das bisherige OK-Mitglied Oliver Balsiger stehen an der Spitze des Organisationskomitees, das bereits Anfang September in diesem Jahr die «Uhrencup-Challenge» lancieren und in der Tissot Arena einen Doppelspieltag durchführen wird.

Das Revival des traditionellen Saisonvorbereitungsturniers sei dem Grenchner Stadtpräsidenten François Scheidegger ein grosses Anliegen, heisst es weiter. «Der Uhrencup ist eine Grenchner Tradition, ein Kulturgut unserer Region, das Identifikation schafft. Dazu müssen wir Sorge tragen.» Entsprechend setzte sich die Stadt parallel zur Fusion der Grenchner Fussballvereine auch für eine Lösung in Sachen Uhrencup ein.

Rechteinhaber Sascha Ruefer begleitete die Abklärungen, die schon mehrere Monate laufen und präsentierte entsprechende Lösungsvorschläge. Nach Prüfung der Voraussetzungen und Evaluation der Möglichkeiten in Grenchen sei man zur Einsicht gelangt, dass nur ein Schulterschluss mit der Stadt Biel nachhaltige Voraussetzungen für das regionale Kulturgut Uhrencup schaffen könne.

Grenchen ist mit der bestehenden Infrastruktur nicht mehr in der Lage, die Sicherheitsanforderungen eines internationalen Turniers im Format des Uhrencups zu gewährleisten. Die neue Tissot Arena in Biel hingegen entspricht den Bedürfnissen eines modernen Fussballstadions. Das hat auch finanzielle Vorteile. «In Grenchen mussten wir jeweils mehrere zehntausend Franken für die Sicherheit aufwenden – das finanzielle Risiko ist in der Tissot-Arena mit 4500 Plätzen bedeutend weniger gross», meint Sascha Ruefer auf Anfrage des az Grenchner Tagblatts.

Bei einem Treffen der beiden Stadtpräsidenten wurde die Absicht formuliert, künftig gemeinsam als Ausrichterstädte aufzutreten. Wie die Zusammenarbeit im Detail aussehen wird, wird in den nächsten Wochen und Monaten erarbeitet.

Die Tissot Arena wird der neue Austragungsort

Austragungsort des Uhrencups wird das neue Bieler Fussballstadion sein. «Es wäre erfreulich, wenn der Uhrencup zu einer schönen Tradition in der neuen Tissot Arena werden könnte», sagt der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr.

Und der Grenchner Stadtpräsident François Scheidegger ergänzt: «Die Arena erfüllt alle Voraussetzungen, die für einen Event von dieser Grösse nötig sind. Ich denke, die Grenchnerinnen und Grenchner haben einen offenen Fokus und sehen die Notwendigkeit dieses Umzugs in ein Stadion, das nur wenige Minuten von Grenchen entfernt ist.» Vorgesehen sind Bustransfers von Grenchen nach Biel und spezielle Aktionen für Grenchen.

Grenchen bleibt Host City

Weiter soll beispielsweise das Hallenfussballturnier im Grenchner Velodrome unterstützt werden. Und im Vorfeld des Uhrencups sollen in Grenchen Spiele der «Uhrencup-Challenge» stattfinden. Beim Turnier für Challenge League und 1. Liga-Teams aus Uhrenstädten wird auch der FC Grenchen integriert sein. Der Final findet als Vorspiel zum Uhrencup statt. Grenchen bleibt so weiterhin Host City. Dass Grenchen mittelfristig wieder als Austragungsort von Uhrencup-Spielen in Frage kommt, ist nicht ausgeschlossen.


Bewährte Kräfte am Ruder

«Thomas Grimm ist ein in der Fussballwelt bestens vernetzter und bewährter Mann», so Ruefer. Nebst seiner Arbeit für die Uefa und Mandaten für die Fifa sei Grimm – und das wüssten die Wenigsten – eigentlich seit 2001 beim Uhrencup unter seiner Führung dabei gewesen. «Thomas, den ich schon sehr lange kenne, ist für das Comeback des Uhrencup ein echter Glücksfall. Nicht nur, weil er international sehr gut vernetzt ist, sondern weil er als Jurist die nötigen Voraussetzungen mitbringt, um dafür zu sorgen, dass alle Verträge wasserdicht sind.»

Grimm habe ihm bei seinen ersten Verträgen geholfen, sei sozusagen der erste Jurist des «neuen» Uhrencups gewesen und habe ihn seither immer begleitet, so Ruefer. Ausserdem sei der Bieler auch in Biel aufgrund seiner Vergangenheit als Präsident der Swiss Football League und später als Berater des FC-Biel-Präsidenten Senn eine angesehene und wichtige Person.

Thomas Grimm, Simon Laager, den Ruefer als äusserst korrekten und genauen Geschäftsmann bezeichnet, mit dem er immer sehr gerne zusammengearbeitet habe, und das bisherige OK-Mitglied Oliver Balsiger bilden die Führungsspitze eines OKs, das mehrheitlich aus weiteren Mitgliedern des ehemaligen Uhrencup-OKs zusammengestellt sein wird.

Am Montag jedenfalls fand beim Airport Grenchen ein erstes Treffen «der Ehemaligen» statt, an dem unter anderem Thomas Vogt und Urs Siegenthaler, teilnahmen. «Wir haben uns beim Abschied von ‹unserem› Uhrencup geschworen, dass, wenn einmal ein bestimmtes SMS eintrifft, wir wieder zusammenkommen. Und das war am Montag der Fall», so Ruefer schmunzelnd. Es sei fast gewesen wie im Film «Ocean’s eleven».

Diese Keyplayer der ehemaligen Uhrencup-Organisation sollen die neue Ausrichtung und die neuen Organisatoren im Beratungsmandat begleiten. «Es ist natürlich äusserst wünschenswert, wenn hier ein Know-how-Transfer stattfinden kann – aber dafür hat man jetzt noch genügend Zeit und kann sich diese auch nehmen.»

Kick-off-Event in Biel

Ein eintägiger Kick-off-Event mit Doppelspieltag am 4. September 2015 soll die neue Ära einläuten. Hauptact wird ein internationales Testspiel sein, zu dem ein Top-Team aus dem Ausland auflaufen wird. Zuvor spielen Teams aus den Uhrenstädten den ersten «Uhrencup-Challenge» aus. Der Kick-off-Tag wird zudem genutzt, um Abläufe und Organisation für Grossanlässe im neuen Bieler Stadion unter Ernstbedingungen testen zu können.