Kleintheater

«Der Richtige für fast alles» sorgt in Grenchen für richtig runde Stimmung

Der gebürtige Emmentaler Christoph Simon vermag seinen lakonischen Erzählstil für die Comedy sehr effizient zu benutzen.

Der gebürtige Emmentaler Christoph Simon vermag seinen lakonischen Erzählstil für die Comedy sehr effizient zu benutzen.

Christoph Simon, der zweifache Schweizer Meister des Poetry-Slams, überzeugt im Grenchner Kleintheater mit seiner humoristischen Darstellung von Romantik.

Da steht einer im mausgrauen Anzug auf der Bühne, wirkt fast etwas verloren. Er spricht in behäbigem Tonfall, lakonisch, beinahe monoton. Die Gestik ist zumeist sparsam. Aber man soll sich nicht täuschen lassen von diesem eher ernüchternden Anblick. Die Besucher im Kleintheater merken schon bald: Dieser Christoph Simon ist ein gnadenlos guter Geschichtenerzähler, würzt seine Ausführungen mit viel Situationskomik, eindrücklich innovativen Sprachbildern.

Der Gewinner des Salzburger Stieres und zweifache Schweizer Meister im Poetry-Slam wagt sich in «Der Richtige für fast alles» auf das heikle Parkett der romantischen Komödie, begibt sich auf ein Gebiet, in welchem man schon mal ins allzu Seichte abdriften kann. Nicht so der gebürtige Emmentaler. Mit betörender Wortgewalt erzählt er seine Geschichten und unterhält während anderthalb Stunden bestens.
Er gibt den umherziehenden Vagabunden, ausgerüstet mit einigen technischen Gadgets, der nach einem Zusammenstoss mit einer kaffeeschlürfenden Karrieretussi eine neue Mission gefunden hat: Er soll sie von ihrem Beziehungsfrust befreien und endlich den «Richtigen» für sie finden.

Unberechenbar und doch zufriedenstellend

Während sich bei den Zuschauenden so langsam das Gefühl breit macht, sie wüssten, wohin die Reise geht, sehen sie sich konfrontiert mit Simons Fabulierlust, mit seiner Kunst, immer neue Erzählstränge aufzutun. Das fordert das maskentragende Publikum doch gehörig. Der Protagonist hat immerhin ein Einsehen, holt verschiedene Ereignisse und Personen immer wieder in ihr Bewusstsein zurück.

Nun gut, seine Bestrebungen den Traumpartner für Frau Fink zu finden, sind kaum von Erfolg gekrönt, der eine oder andere potenzielle Ehemann segnet gar beinahe frühzeitig das Zeitliche. Nach etlichen Ausflügen in humoristische Gefilde und einigen gezielten Seitenhieben auf Modeerscheinungen und auf staatstragende Institutionen setzt Christoph Simon gekonnt zum unvermeidlichen Finale an. Dass darin gleich mehrere Personen involviert sind, untermauert des Künstlers Flair fürs Erzählen und das Aufbauen eines vergnüglichen Spannungsbogens. (igu)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1