Grenchen

Das Kleintheater startet in die Saison – mit bekannten Gesichtern und Maskenpflicht

Rolf Beyeler (links) und Christian Frey orientieren über das Kleintheater-Programm.

Rolf Beyeler (links) und Christian Frey orientieren über das Kleintheater-Programm.

Diese Woche erfolgt der Programmstart des Kleintheaters Grenchen mit Corona-Schutzmassnahmen: Es gilt Maskenpflicht und nur 100 Personen sind erlaubt.

Am Samstag startet die Kleintheater-Saison mit dem Auftritt des Bühnenpoeten Christoph Simon. Eine romantische Komödie ist angesagt. Das tönt etwas nach Rosamunde Pilcher. Aber keine Bange: Der Gewinner des Salzburger Stiers 2018 ist Garant für Irrungen und Verwirrungen, dazu gesegnet mit einem Mundwerk, das für viel Turbulenzen sorgen wird.

Es versteht sich von selbst, dass für die Saison ein Schutzkonzept erarbeitet wurde, um für alle Beteiligten einen möglichst umfassenden Schutz bieten zu können. Die Eckdaten: Wegen der Abstandsregel sind nur 100 Personen zugelassen. Es herrscht Maskenpflicht. Auf einen Barbetrieb wird verzichtet.

Bekannte Künstler mit neuen Programmen

Es gilt, die Durchmischung des Publikums möglichst klein zu halten. Im Gespräch mit den beiden Vorstandsmitgliedern Christian Frey und Rolf Beyeler zeigen sie sich auch nicht ganz glücklich über die nun etablierten Einschränkungen. Nur so jedoch könne der Theaterbetrieb auch finanziell gestemmt werden (dank treuer Sponsoren und der Stadt Grenchen). Im Programm fällt auf, dass beinahe alle Auftretenden bereits in Grenchen zu Gast gewesen sind, natürlich kommen sie in ein neues künstlerisches Gewand gekleidet oder gar mit anderen Partnern. Der etwas angespannten finanziellen Lage dürftet es auch geschuldet sein, dass praktisch nur Solokünstler oder Duos auftreten. Bei der Qualität wurden aber keineswegs Abstriche gemacht.

Leider absagen musste der erkrankte Toni Vescoli, der sich noch eine Zeitlang schonen muss. Für ihn springen am 31.10 die aus der Region stammenden Studer und Stampfli ein. Sie entführen in die Zeit der Disco-Ära, aber dann doch nicht ganz. Überraschungen sind vorprogrammiert. Am 14. November steht mit Michael Gammenthaler eine bekannte Grösse auf der Bühne der Aula: Komik, verblüffendes Schwindeln und zündende Pointen, Michel Gammenthaler macht Ihnen etwas vor. Selten wird man so gentlemanlike und witzig über den Tisch gezogen.

Berliner Schnauzen trumpfen auf

Am 4. Dezember ist die Berliner Schnauze Claire (Judith Bach) zu sehen. Viele kennen sie als der eine Teil des kongenialen Duos Luna-Tic. Die Dame mit dem burschikosen Charme und der flotten Klappe zelebriert Chansonkabarett. Im neusten Musikkabarett von Uta Köbernick (8. Januar 2021) wird die Welt nicht geschönt, aber schöner. Als scheinintegrierte Deutsche schlägt Köbernick ihre Ostberliner Wurzeln tief in die Blumentöpfe unserer Vorurteile. Aus der Sicht des Merkurs lebt sie hinterm Mond. Diese Einsicht stattet sie mit einer Demut aus, die sie gekonnt zu verbergen weiss, denn dass die diplomierte Schauspielerin mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Salzburger Stier ausgezeichnet wurde, ist dem Merkur zwar egal, doch hinterm Mond einleuchtend.

Die diesjährige Sonntagsabendvorstellung bestreitet das Musik-Comedy-Duo Microband. Sie gelten als die Marx Brothers der Musikclownerie (24.1 2021, 17.00 Uhr). Auf eine geballte Ladung dichterischer Erzählung entführt Bea von Malchus (27.02.21). Mark Twain spielt eine Rolle, die Schweizer Alpen, Sprengstoff.

Das alles fügt die Künstlerin zu einem wahren Alpenabenteuer zusammen. Schliesslich setzt am 19.03.2021 der begabte Kabarettist Simon Chen den Schlusspunkt unter ein abwechslungsreiches Programm. Und einen haben wir noch vergessen. Auf Einladung der Literarischen Gesellschaft gastiert am 23. Oktober 2020 (20.00 Uhr) einer der wohl begabtesten und produktivsten Schweizer Schriftsteller im Kleintheater. Franz Hohler unternimmt einen Spaziergang durch sein bisheriges Schaffen.

Vorverkauf wird dringend empfohlen

Während der Vorstellungen ist zwar eine Abendkasse vorgesehen. Die Verantwortlichen empfehlen jedoch, die jeweiligen Tickets bereits im Vorverkauf zu erstehen. Potenzielle Zuschauer könnten sonst plötzlich vor «guichet férmé» stehen. Das elektronische Ticketing ist zudem ziemlich clever. Die Zuschauenden können sich auch als Familie einloggen, das System stellt sodann die Abstandsregeln wieder her und blockiert Sitzplätze, die den Abstand nicht mehr gewähren. Noch einmal: Es herrscht Maskenpflicht, ein Kompromiss, den man eingehen musste, weil sich sonst nur 60 Personen die einmal mehr vielversprechenden Vorführungen des Kleintheaters ansehen könnten.

Hinweis: Infos und Ticketing www.kleintheatergrenchen.ch

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