Grenchen

Coronakrise: Im Sonnenpark hat man nun «mehr Zeit füreinander»

Im Pflegeheim Sunnepark im ehemaligen Spital Grenchen ist es mit dem Corona-Lockdown ebenfalls ruhig geworden. Die Pensionäre lassen sich die Tradition des Captain’s Dinner nicht nehmen.

Das Heim und das Dachrestaurant «le Soleil» sind für externe Besucher geschlossen, auch die Ausbildungsinstitution für Gesundheitspersonal und die Arztpraxen sind zu. Die Angestellten hätten jetzt deutlich mehr Zeit, um sich um die Pensionäre zu kümmern, um das Gespräch zu suchen, um mit den Leuten im immer noch zugänglichen Garten zu spazieren. «In so genannt normalen Zeiten müssen wir auch noch die Kontakte zu den Angehörigen wahrnehmen oder interne Events organisieren, was halt auch Zeit braucht», erklärt Sunnepark-Geschäftsführer Jörg Mummenthey. Das entfällt alles zurzeit. Psychische Probleme habe er bei den Pensionären bis anhin keine feststellen können. Er habe bisweilen das Gefühl, den Angehörigen mache das Kontaktverbot noch mehr zu schaffen, als den Bewohnern. «Allerdings kann ich die Gedanken der Menschen nicht lesen und auch nicht sagen, ob diese Gelassenheit bei unseren Pensionären auch weiter andauern wird.»

Für jene, die noch fit genug sind, um die Infrastruktur zu nutzen, wurden Stationen für Videotelefonie aufgestellt.

Rigorose Hygienemassnahmen

Das Personal, gegen 100 Personen, die meisten in Teilzeit-Pensen, sei überdies bestens geschult für die einzuhaltenden Hygiene­massnahmen und auch angehalten, im Privatleben keinerlei Risiken diesbezüglich einzugehen, betont Mummenthey. So habe man glücklicherweise bisher noch keine Ansteckungsfälle registrieren müssen, weder bei Bewohnern, noch beim Personal. Für den Fall der Fälle wurden allerhand Dispositive erstellt und (Personal-)Planungen gemacht.

Festgehalten wurde übrigens an der Tradition des «Captain’s Dinner». Einmal im Monat zieht der Küchenchef und preisgekrönte Gourmetkoch Mihaly Högye alle Register und bereitet für die Pensionäre, die das möchten, ein Galadiner zu. Auch am vergangenen Dienstag war es wieder soweit. «Da ziehen die Leute dann gerne mal ein schönes Kleid oder Krawatte an und geniessen den festlichen Abend – in diesen Zeiten halt mit gehörigem Abstand am Tisch», berichtet Mummenthey.

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